Brantley Gilbert rockt mit neuem Album!

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„The Devil Don’t Sleep“ heißt das neue Album von Brantley Gilbert. Wir haben es uns vorab angehört.

„Country-Musik ist langweilig. Hört sich immer gleich an. Banjo, Gitarre, Fiddle. So was hörst du dir an?“
Das sind Worte, die der Autor des öfteren im Bekanntenkreis hört.
Natürlich ist Country-Musik mehr als das. Mal klingt es nach eben dieser Beschreibung. Viel öfter aber wird man Songs der neuen Stars in Nashville hören. Mal ist das Nahe der Popmusik. Ein anderes mal eher Rock.
Und eben das hören wir auf „The Devil Don’t Sleep“ in einer ausgereiften Form.

In den letzten Jahren hat sich ein breiter Kreis von Southern bzw. Country-Rockern gebildet. Egal ob man von Eric Church, A Thousand Horses oder The Cadillac Three spricht.
In jener Liste kann man auch Brantley Gilbert erwähnen. Mit einem
Unterschied: Brantley Gilbert versteht es wie fast kein anderer harten Rock, einprägende Melodien und Balladen mit massentauglichem Country-Sound zu vermischen. Ohne dabei anwidernd zu wirken.
Die Große Frage also: Kann er das auch mit seinem vierten Studioalbum schaffen? Immerhin umfasst die neue Scheibe satte 26 Songs (16 auf dem eigentlichen Album, 10 weitere auf einer Bonus-CD).
Die einfache Antwort: Ja!

BRANTLEY GILBERT – THE WEEKEND

Das Album beginnt mit dem Opener „Rockin‘ Chairs“. Rockige Nummer, die aber beim ersten hören etwas ernüchternd wirkt. Man ist es tatsächlich etwas rauer und härter vom selbstbetitelnden Outlaw und Bad-Boy aus Georgia gewohnt. Erinnern wir uns nur mal an Titel wie „Kick It In the Sticks“.
Etwas schwach also der Beginn der Platte. Zum Glück können aber die anderen Uptempo und Rocksongs diesen Fauxpas ausbügeln. Tracks wie „It’s About to Get Dirty“, „Bro Code“ und „Bullet In a Bonfire“ sind erstklassige Songs geworden, die auch Fans der aller ersten Stunden vollends überzeugen dürften.

Damit aber nicht genug. Auch die Midtempo-Balladen wurden erstklassig produziert. Wo die männlichen Adrenalin mit „Bullet In a Bonfire“ tanken können, lehnen sich die weiblichen Fans wahrscheinlich träumend zurück bei „In My Head“ oder „Baby Be Crazy“. Dafür sorgt vor allem das erstklassige Songwriting. „Wir haben stundenlang geredet und haben uns in alles verliebt, was du sagtest.“ oder „Du musst verrückt sein um mich zu lieben, aber ich glaube du bist die einzige die mich vor mir selbst schützen kann. Also Baby, bitte sei verrückt“ , textet Gilbert.

Der beste Song aber befindet sich gegen Ende des regulären Albums. Mit „The Devil Don’t Sleep“, den titelgebenden Track des Longplayers, hat Brantley ein kleines aber feines Meisterwerk geschaffen. Das Tempo, Arrangement und Songwriting passt so stimmend zusammen – sodass es einer der besten Country-Rock-Songs der letzten Jahre ist.

Brantley Gilbert hat mit seinem neuen Werk alles richtig gemacht. Er erreicht eine breite Masse ohne jemanden vor den Kopf zu stoßen. Egal ob Hard Rocker, Metaller, Freunde von Popmusik und natürlich alle Fans des Modern-Country. Sie alle finden ein rund um gelungenes Album vor.
Mal verfällt man in Partylaune, ein anderes in Liebeskummer oder sogar in leichter Melancholie.
Das ist ausgewogen und macht Spaß. Ein Album was sicher nicht so schnell im CD-Regal verstauben wird.

DAS KOMPLETTE ALBUM AUF SPOTIFY HÖREN:

Last modified: 18. Oktober 2018