Tonder Festival 2019 mit John Prine

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John Prine

Vom 23. Bis 25. August steigt wieder das Tonder Festival nahe der deutsch-dänischen Grenze. Schon jetzt stehen die Veranstalter des Folk-, Country- und Americana-Festivals in den Startlöchern und verkünden die ersten Acts. Darunter eine Songschreiber-Legende: John Prine betritt nach 2015 am 25. August zum zweiten Mal die Tonder-Bühne.

Man darf es als Ehre bezeichnen, dass John Prine erneut das Tonder Festival beehrt. 2015 setzte er den emotionalen und musikalisch anspruchsvollen Schlusspunkt des Festivals für alle Freunde der handgemachten Musik. Wer damals in den Genuss kam der prineschen Song-Poesie, wird auch den diesjährigen Auftritt des 71-Jährigen nicht verpassen wollen. Der weiß auch, dass sein Alter das Country-Urgestein kaum daran hindert, immer noch fantastische Songs zu schreiben und diese bestechend zu performen.

Songs für Songschreiber

In der Literaturszene spricht man vielfach vom „writers‘ writer“, also von solchen Schriftstellern, die außergewöhnliche Literatur schaffen, denen aber der große Durchbruch meist versagt bleibt. Vielmehr werden diese Schriftsteller dann eher von anderen Schriftstellern gelesen und hinterlassen so ihre Spuren. Vielleicht handelt es sich daher bei John Prine um einen „songwriters‘ songwriter“? Schließlich ist die Liste der Musikerkollegen, die ihn verehren und teilweise auch coverten, lang und liest sich wie das „Who is Who“ der Country-Musik: Bob Dylan, Kris Kristofferson, Johnny Cash, The Every Brothers, Bonnie Raitt und Brandi Carlile sind auf dieser Liste unter anderem zu finden.

Der Schrifsteller-Vergleich ist nicht weit hergeholt, lobte doch Bob Dylan höchstpersönlich schon die proustschen Qualitäten von Prine. Ebenso werden die Kritiker es nicht müde, die Tiefsinnigkeit seiner Texte zu loben. Dabei blieb der ganz große Erfolg für Prine eher aus. Sein Name ist weitesgehend in Folk-, Country- und Americana-Kreisen bekannt. Darüber hinaus sagt der Name kaum jemanden etwas – vor allem hierzulande. Zu Unrecht: Denn Songs des „God Father of Americana“ (Rolling Stone) erzählen auf sprachlich brilliante wie musikalisch einfühlsame Weise vom Leben und der Gesellschaft.

Mit “The Tree of Forgiveness” nach Tondern

Prine scheint nun die in jüngeren Jahren versäumten Erfolge im Alter nachzuholen. Sein 2018 veröffentlichtes Album „The Tree of Forgiveness“ landete auf Platz 5 der Billboard-Charts und bedeutete damit für ihn die bislang höchste Platzierung. Bei der Kritik kam das Album sowieso gut an. Man gönnt es dem stillen Poeten der Country-Musik.

Am 25. August wird er mit seinem neuesten Machwerk im Gepäck nach Tondern reisen. Der Auftritt mutet fast historisch an, bedenkt man, dass das Album sein erstes nach 13 Jahren ist und der Prine ein äußerst seltener Gast in Europa ist. Wer kann, sollte sich diese Gelegenheit nicht entgehen lassen. Zumal das Tonder Festival mit weiteren Highlights wie Dan Sultan, John Moreland, Charley Crockett oder Max Gomez lockt.

Last modified: 11. Januar 2019