Noah Derksen verzaubert das Birdland: Ein Abend voller Indie-Folk & Herzklopfen

Beitrag Teilen

Zwischen Indie-Folk und Wohnzimmer-Idylle: Noah Derksen & Band live im Birdland Hamburg. Ein Konzertbericht über kanadische Magie und Gänsehaut-Momente.

Es ist voll im Birdland. Mit 150 Besuchern ist der kleine Jazzclub restlos ausverkauft. Man erreicht das Lokal über eine versteckte Treppe in einem unscheinbaren Hinterhof – die Vorband spielt bereits, als wir ankommen. Dicht gedrängt bemühen sich die Zuschauer um die besten Plätze, nur wenige Handbreit trennen den Support The Romantidote auf der Bühne von seinem Publikum. Mit Berliner Humor, seiner kraftvollen Stimme und einer akustischen Gitarre im Gepäck bringt der Indie-Künstler den Raum bereits in Stimmung für Noah Derksen und seine Begleitband.

Porträts schmücken hier die Wände, zahlreiche Musiker haben sich dort mit eigenen Botschaften verewigt. Irgendwo zwischen Jazzclub, Barcafé und gemütlicher Wohnzimmer-Atmosphäre quetschen sich Noah Derksen (Gesang und Gitarre) und seine Begleitmusiker Natalie (Bass und Gesang) und Brodie (Schlagzeug) nach der Pause auf die kleine Bühne, die eingenommen wird von einem schwarzen Flügel, auf dem sonst Jazzkonzerte und Jam-Sessions ihr Zuhause finden.

Fotos: Vivien Kloss / CNTRY

Es dauert nicht lange, bis Noah die Menge mit seiner charmanten Art und seiner sanften Stimme für sich einnimmt. Stimmlich begleitet von seiner Bassistin Natalie, zeigen das akustische Setup der Band und die gedämpfte Beleuchtung bald ihre Wirkung. Die Zuschauer geben kaum einen Ton von sich, gebannt lauschen sie den Klängen der zweistimmigen Gesangsharmonien. Hin und wieder stimmen textsichere Besucher in die Songs ein, andere summen leise mit. Inbesondere bei “Walking Home”, einem der aktuelleren Titel des kanadischen Sängers, scheint es sich um einen Fan-Favoriten zu handeln, denn das Lokal steigt zahlreich und mit Begeisterung in den Gesang ein.

Noah Derksen live: Zwischen akustischem Indie-Pop, Folk und Americana

Fotos: Vivien Kloss / CNTRY

Noah Derksen gibt in seinen Songs und Erzählungen viel von sich preis. Verarbeitet er in “Chuck Palahniuk” und “Fuck You and Fuck Your Friends Too” noch seine Trennungen, erzählt er in der einfühlsamen Ballade “Sanctity of Silence” von seiner Sehnsucht gemeinsam alt zu werden. In einem Schmelztiegel zwischen akustischem Indie-Pop, Folk und Americana nehmen der Kanadier und seine Band ihre Zuhörer mit auf eine erholsame und berührende Reise durch das Leben des Künstlers – darunter eine Hymne an seine Heimat Winnipeg und Erinnerungen an seine Kindheit. Auch Cover finden Platz in der Setlist. Wie z.B. eine Eigeninterpretation von Macy Grays “i try” oder ein Cover von Leonard Cohen, beides zu finden auf Noahs Album “stolen serenades”.

Den Abschluss findet der Abend mit einem Mitsing-Epos, dem ikonischen “i still haven’t found what i’m looking for”, im Original von U2. Hier steigt noch ein letztes Mal das ganze Lokal mit ein, die Zuschauer sind sichtlich gut drauf und angetan von Künstler und Band – was sich auch in der langen Schlange durch den kleinen Club zeigt, in der Fans geduldig auf eine Unterschrift oder einen kurzen Plausch am Merch-Stand des Künstlers hoffen. Aus unserer Perspektive haben wir im Gegensatz zu U2 an diesem Konzertabend im Birdland jedenfalls gefunden, was wir gesucht haben: Gute Musik, talentierte Künstler und einen entspannten Abend in schöner Atmosphäre. Was will man mehr?

Am Meisten Gelesen

Kip Moore & Jackson Dean gehen gemeinsam auf Tour

Kip Moore und Jackson Dean versprechen zwei energiegeladene Abende,...

Megan Moroney – Cloud 9

Megan Moroney ist zurück! Wir ranken alle 15 Songs vom neuen Album „Cloud 9“. Von Ed Sheeran bis Kacey Musgraves – welcher Track ist die Nummer 1?

Bailey Zimmerman in Hamburg: Alle Infos zum Konzert im DOCKS

Bailey Zimmerman kommt im Rahmen seiner „Different Night Same Rodeo“ Tour erstmals nach Deutschland. Wir haben alle Infos für euch!

Drake Milligan bringt „Tumbleweed World Tour“ nach Deutschland

Der US-Shootingstar Drake Milligan kommt im Herbst für drei exklusive Konzerte nach Deutschland.

ERNEST setzt mit neuem Song „Boat Named After You“ die Segel

Hitmacher ERNEST droppt einen neuen Song und kündigt sein drittes Studioalbum an.

Jake Banfield im Interview: „Bringt eure Party-Boots mit!“

Jake Banfield hat nicht nur diesen Fashion-Tipp, sondern gibt im exklusiven Interview vor dem C2C Festival in Berlin Einblicke in seine musikalische Welt.