Brothers Osborne – Skeletons (Album-Review)

Beitrag Teilen

Skeletons ist das dritte Album der Brothers Osborne gespickt mit rustikalem Country-Rock für ein perfektes Live-Konzert.

Wer sechs Grammy-Nominierungen vorweisen kann und vier CMA Awards, sowie fünf ACM Awards Trophäen in der heimischen Vitrine stehen hat, der hat mit Sicherheit vieles richtig gemacht. Tatsächlich sind die Brothers Osborne sowohl bei Kritikern und Fans gleichermaßen beliebt. Mit ihrem für das Country-Radio letztlich viel zu eigenwilligen Sound mischen sie seit vier Jahren dennoch erfolgreich in den Airplay-Charts mit. Dennoch meint John Osborne: „Wenn Ihr uns wirklich kennen lernen wollt, dann ist dies genau das richtige Album dafür“.

Nach dem ruhigen, ausgewogenen Vorgängerwerk „Port Saint Joe“ überrascht die Antwort auf „Wer sind die Brothers Osborne?“ nicht gänzlich, aber wohl wie intensiv sie auf „Skeletons“ ausfällt. Die Brüder aus Maryland legen ihr erstes, dynamisches Rockalbum vor. Eines, das sowohl über den heimischen Plattenspieler funktioniert, als auch auf hoffentlich bald wieder möglichen Konzerten sein Gewicht entfalten kann. 

Wie John Osborne im Interview mit den britischen Kollegen des Lyric Magazine verrät, war genau das auch die Intention. Songs zu schaffen, die sich ideal in ihre Setlist einfügen können. Dazu zählen sowohl „Lighten Up“, das an ZZ Top erinnernde „All Night“ und der Indie-Rocker „All The Good Ones Are“, oder die Powerhouse Rockdarbietung „Skeletons“. Erneut konnte sich John Osborne an seiner Telecaster ausleben, bekommt ein ganzes Instrumental spendiert, das in „Dead Man‘s Curve“ mündet. John selbst darf erstmals auch Lead-Vocals beisteuern, übernimmt die zweite Strophe auf „I‘m Not For Everyone“. 

Die weitere Stärken der Brothers Osborne ist der unverwechselbare Bariton von TJ, der die versiert geschriebenen Songs noch mehr Ausdruck verleiht. So überzeugen auch die wenigen ruhigen Tracks, wie „High Note“ und den rustikalen Letzten „Old Man‘s Blues“.

Nach zwei erstklassigen Alben zünden die Brothers Osborne den Turbomodus. Das ist starker, rustikaler Country-Rock.

Skeletons ist seit dem 9. Oktober 2020 via Universal Music erhältlich.

Am Meisten Gelesen

Tucker Wetmore live in Hamburg: Nashville-Feelings pur in der Fabrik

Abriss an der Elbe: Tucker Wetmore und Carter Faith zeigten in Hamburg, warum sie der nächste große Fang sind.

Jack Wharff Band: Die Bluegrass Kings mit Punk-Spirit

Harte Saiten, wilder Geist: Die Jack Wharff Band definiert mit ihrem Trash Grass einen neuen Sound. Die jungen Country-Rebellen im exklusiven Interview.

Noah Kahan kommt für zwei Konzerte nach Deutschland

Der US-amerikanische Singer-Songwriter bestätigt Konzerte in Köln und München. Als...

Liam St. John und der Mut zur totalen Verletzlichkeit

Liam St. John im Interview. Über sein Album „Man Of The North“, Americana-Wurzeln und warum Verletzlichkeit seine größte Stärke ist.

Wie Patwah deutsche Country-Musik salonfähig macht

Patwah vermischt die Grenzen von Country, Rap und Deutsch-Pop. Warum genau das gerade steil geht.

49 Winchester veröffentlichen neue Single „Slowly“

Die gefeierte Band 49 Winchester meldet sich heute mit der kraftvollen...