Luke Combs feiert mit 11.000 Fans Country-Musik in Hamburg

Beitrag Teilen

Luke Combs schrieb Country-Musik Geschichte in Deutschland, rockte ein ausverkauftes Konzert in der Barclays Arena. CNTRY war vor Ort.

Was war das für ein unglaublicher Abend in Hamburg am vergangenen Freitag?! Luke Combs spielte sein einziges Deutschlandkonzert in der Hansestadt und machte seinen Ruf als unangefochtener Country-Megastar alle Ehre. Schon als wir gemeinsam mit weiteren Fans kurz vor 17 Uhr vom S-Bahnhof Stellingen den Tunnel in Richtung Shuttlebus durchquerten, wuchs die Gänsepelle am ganzen Körper.

Da knallte doch tatsächlich die Musik des Country-Superstars aus den Boxen des nahegelegenen Bierwagens, während tausende Caps, Cowboyhüte, Boots und Karohemden bereits sehnsüchtig auf den Einlass warteten. Das gab es im Rahmen eines Country-Konzertes auf deutschem Boden noch nie. 

Sina Hall (Projektleiterin Country, Semmel Concerts) sprach beim vorab stattfindenden entspannten Medientreffen somit zu Recht von einem Meilenstein. Über 11.000 Besucher pilgerten nämlich aus allen Regionen der Bundesrepublik und ihren Nachbarländern an, um Powerhouse Luke Combs zu bejubeln. Rekord!

Der Abend beginnt

Den Auftakt an diesem besonderen Abend machten Ray Fulcher, Drew Parker und James McNair. Das Trio schrieb gemeinsam mit Combs zahlreiche seiner Hits und präsentierte diese und ihre eigenen Werke im Rahmen einer Writers Round. Ein in Nashville nicht mehr wegzudenkendes Format, bei dem talentierte Singer-Songwriter in entspannter Atmosphäre ihre Songs akustisch darbieten und die Geschichten dahinter präsentieren.

49 Winchester heizen die Arena auf Maximaltemperatur

Als nächstes durfte die aus Virginia stammende Band 49 Winchester nachlegen und heizte das Publikum gehörig für den Mainact ein. Die Formation um Frontmann Isaac Gibson rockte die Arena mit ihrem stimmigen Mix aus Americana, Folk, Country, Soul und Southern Rock in einen Rausch. Dabei durften die Hits „Russell County Line“ und „Everlasting Lover“ natürlich nicht fehlen. Eine wunderbare Einstimmung auf das, was noch folgen sollte.

Dann nochmal Gänsehaut pur. Die Arena verdunkelt sich, aus den Boxen dröhnt „Thunderstruck“ von AC/DC. Um 21.05 Uhr betritt Luke Combs, wie immer schlicht mit Hemd und Basecap gekleidet, die große Bühne der Barclays Arena. Und wird schon während den ersten Tönen von „Lovin’ On You“ frenetisch gefeiert. Es folgen mit „Hannah Ford Road“, „Cold As You“ und „One Number Away“ gleich mehrere temporeiche Stücke, die die Stimmung weiter kochen lässt. Erst dann nimmt Combs seine Akustikgitarre in die Hand und spricht zum Publikum.

Daraufhin wird es emotional. Die aufeinanderfolgenden Titel „Love You Anyway“, „Going Going Gone“ und „Must’ve Never Met You“ drücken charmant auf die Tränendrüse. Immer wieder wendet sich Combs mit seiner bodenständigen Aura zum Hamburger Publikum. Das reagiert mit tosendem Applaus, lautstarkem Gesang und fliegenden Cowboyhüten. Denn dieser unscheinbare, rothaarige Mann mit dem markanten Zottelbart ist immer noch einer von uns. Luke Combs bedankt sich mit fliegenden Partybechern, Dosenstechen und Händeschütteln.

Jamsession mit Luke & Band

Zur Halbzeit überlässt Combs seiner siebenköpfigen Band die Bühne. Alle Musiker dürfen nun ihr individuelles Können im Rahmen eines Hit-Medleys präsentieren. Hier kam das Publikum in den Genuss von wilden Gitarrensoli sowie stimmungsvollen Coverversionen von „Dust on the Bottle“ oder „Meet in the Middle“. Nach dieser grandiosen Jamsession folgen noch weitere Riesenhits des Megastars. Schließlich durften auch „Where The Wild Things Are“, „Fast Car“, „Hurricane“ oder der Fan-Favorit „5 Leaf Clover“ auf der Setlist nicht fehlen.

Nach 1,5 Konzertstunden scheint die Stimmung an ihrem Zenit zustehen. Combs stimmt den kraftvollen Country-Rocker „Beer Never Broke My Heart“ an. Die Menge reckt ihre Arme in die Luft, formt Pommesgabeln und singt dabei tosend jedes Wort mit. Jetzt kann auch der CMA Entertainer des Jahres seine Energie nicht mehr im Zaum halten, haut wie ein wilder auf die Becken des Schlagzeugs ein und schreit sich die Emotionen aus der Seele.

Foto: Sven Hartwig für CNTRY

Ein historischer Abend

Doch es sollte noch nicht Schluss sein. Seine Fans forderten lautstark eine Zugabe, die sie natürlich auch bekamen. Nach „Better Together“ und „The Kind Of Love We Make“ gingen dann final die Lichter in der Barclays Arena aus. 11.000 Country-Fans gingen beseelt nach Hause oder feierten noch ausgelassen am Bierstand weiter. Immerhin waren sie alle Teil eines historischen Abends für die Country-Musik in Deutschland.

Luke Combs will wiederkommen. Wenn es nach ihm geht, am liebsten ins Volksparkstadion direkt gegenüber.

Fotos: Sven Hartwig für CNTRY

Am Meisten Gelesen

Anne West: Deutsche Country-Musik mit frecher Schnauze

Freche Schnauze und echte Gefühle direkt vom Ponyhof. Warum Anne West mit deutscher Country-Musik All-In geht.

Tucker Wetmore live in Hamburg: Nashville-Feelings pur in der Fabrik

Abriss an der Elbe: Tucker Wetmore und Carter Faith zeigten in Hamburg, warum sie der nächste große Fang sind.

Jack Wharff Band: Die Bluegrass Kings mit Punk-Spirit

Harte Saiten, wilder Geist: Die Jack Wharff Band definiert mit ihrem Trash Grass einen neuen Sound. Die jungen Country-Rebellen im exklusiven Interview.

Noah Kahan kommt für zwei Konzerte nach Deutschland

Der US-amerikanische Singer-Songwriter bestätigt Konzerte in Köln und München. Als...

Liam St. John und der Mut zur totalen Verletzlichkeit

Liam St. John im Interview. Über sein Album „Man Of The North“, Americana-Wurzeln und warum Verletzlichkeit seine größte Stärke ist.

Wie Patwah deutsche Country-Musik salonfähig macht

Patwah vermischt die Grenzen von Country, Rap und Deutsch-Pop. Warum genau das gerade steil geht.