Midland bringen die Hitze ins Gruenspan

Midland lieferten ein unvergessliches, verdammt heißes Konzertvergnügen in Hamburg.

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An diesem Live-Gig labt sich das Publikum noch immer. Die langersehnte, pandemiebedingt mehrmals verschobene und von CNTRY präsentierte Tour der Country-Band Midland war ein Ereignis, das sich auch nach gut 14 Tagen anfühlt, als wäre es erst gestern gewesen.

Die texanischen Neo-Traditionalisten brachten als Support ihren Landsmann Jonathan Terrell mit nach Europa, der in der Hansestadt pünktlich um 20 Uhr versuchte, die zahlreich gekommenen Gäste einzuheizen. Das gelang dem stilsicher, im farbigen Netzhemd gekleideten, Sänger leider nur bedingt. Denn so richtig wollte der Funke zwischen Singer-Songwriter und dem Hamburger Publikum nicht überspringen. Dennoch hatte sich das erscheinen Terrells als Glücksgriff für Band und Konzertbesucher erwiesen. Denn überraschend flogen Midland nicht als Trio nach Europa. Gitarrist Jess Carson blieb aus persönlichen Gründen im Heimatstaat Texas. Mit Jonathan Terrell, der einst Mitglied in Midlands Live-Band war, stand also der perfekte Ersatz bereit.

Gegen 20 Uhr und somit im Zuge der ersten Klänge des Openers „Electric Rodeo“ spürte man sofort die ausgelassene Stimmung der angereisten Fans. Und jetzt wurde es richtig heiß im Gruenspan. Frontmann Mark Wystrach, Bassist Cameron Duddy, als auch ihre Musikerkollegen Jonathan Terrell und Luke Cutchen legten eine solche Spielfreude an den Tag, das es nur eine Richtung gab, vorwärts und nach oben (vor allem auf dem Thermometer, denn auch alle geöffneten Türen des Gruenspan konnten die kochende Hitze des Publikums und der Venue nicht abkühlen).

Für satte zwei Stunden, mit schlussendlich mehr Songs als es die Setlist vorsah, legten Midland feinsten Country in Rock-And-Roll-Manier auf das Parkett, bei dem auch die textsicheren Fans kein Halten kannten. Schon nach der ersten halben Stunde lief allen Anwesenden der Schweiß von der Stirn. Der Grund? Die nahezu direkt aufeinanderfolgenden Stimmungskracher „Mr. Lonely“, „Two To Two Step“ und „Playboys“. Spätestens jetzt war klar, dass Jonathan Terrell der einzige im Raum war, der die richtige Kleidungswahl traf.

Neben den bekannten Hits (natürlich auch der gefährliche Ohrwurm „Adios Cowboy“), durften auch zahlreiche Coverversionen nicht fehlen. Darunter Jerry Reeds „Eastbound And Down“, „Tougher Than The Rest” von Bruce Springsteen und „Drivin’ My Life Away” (Eddie Rabbit).

Für die Zugabe legten Mark, Cameron & Co. noch einen Gang zu. Ihr bisher größter Hit „Drinkin‘ Problem“ sorgte für sicheren Gesang des Publikums, Cameron Duddy wechselte kurzerhand seine Bassgitarre gegen einen Platz am Schlagzeug aus, bis die darauffolgenden Cover-Versionen von „Seminole Wind“ und „Dancing In The Dark“ das Thermometer schlussendlich zum platzen brachten. Mit dem Originalsong „Sweet Caroline“ verabschiedeten sich Midland unter Standing Ovations und lautem Sing Along von der Bühne.

Dieses Konzert – wie auch die ganze Tournee – wird der deutschen Country-Community wohl noch lange im Gedächtnis bleiben – und schreit ganz laut nach Wiederholung!

Fotos: Dörthe Bruske (@portraitgallery_hh)

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