Review: Brothers Osborne „Port Saint Joe“ – Ein Hauch von Oldschool-Outlaw

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Das von Presse wie Publikum gefeierte Country-Duo legt ihr zweites Album mit dem Titel Port Saint Joe vor.

Schon mit dem Vorab-Release Shoot Me Straight lieferten T.J. und John, besser bekannt als Brothers Osborne, ein verdammt geiles Stück Musik ab. Ein über sechsminütiges, rockgeladenes Musikjuwel voller kraftvollen E-Gitarren Riffs. Auf-die-Fresse-Rock vom feinsten. Wer jetzt aber auch vom restlichen Album rockgeladenen Country erwartet, wird eher enttäuscht. Shoot Me Straight und das ebenfalls verdammt geile Drank Like Hank bleiben nämlich die einzigen Heavy-Rocker. Vielmehr liefern T.J. und John ein Album, das eine unerwartet ruhige Atmosphäre verbreitet und weniger erdig daher kommt.

Woran das liegt? Dies ist sicherlich der Tatsache geschuldet, dass die Brüder Port Saint Joe an einem völlig anderen Ort als üblich aufgenommen haben. Für die Aufnahme ihres neuestes Albums haben die Beiden 2 Wochen an der Küste Florida’s verbracht und erinnern sich zu gern an diese besondere Zeit zurück, war es für sie eine außergewöhnlich schöne Erfahrung sowie Erholung zu gleich, das Album dort aufzunehmen. Und das Strandfeeling ist auf dem Longplayer mehrmals bemerkbar, wie etwa beim Lovesong Tequila Again, im spaßig-funky A Couple Wrongs Makin’ It Alright und dem wunderschönen, federleichten I Don’t Remember Me.

Produziert von Hitmacher Jay Joyce (Little Big Town, Eric Church) liefern die Brothers Osborne eine Platte ab, die das Zeug hat zum Klassiker zu avancieren. Denn sie zeigen, Country muss auch heute nicht überproduziert und mit Pop- & RnB Sounds strotzen. Viel mehr schaffen sie es, sich mit ihrem Zweitlingswerk in eine Reihe mit den neuen Singer-Songwriter Größen wie Chris Stapleton, Brent Cobb oder Sturgill Simpson zu treten. Beachtlich für eine noch so junge Band, die auf einem eigentlich dem Mainstream verbandelten Major-Label zu Hause ist. Die Osborne’s wissen was sie können und machen das, was sie wollen. So fliegt in Port Saint Joe quasi ein Hauch von Oldschool-Outlaw mit.

Die Osborne-Brüder wirken musikalisch noch gereifter als auf ihrem preisgekrönten Debütalbum und müssen während der Aufnahme sichtlich Spaß gehabt haben, sonst wäre Port Saint Joe nicht das musikalische Stück Kunst, das es geworden ist.

Brothers Osborne – Shoot Me Straight

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