Sam Hunt – Southside (Album-Review)

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Sam Hunt ist zurück! Und ja, es hat tatsächlich sechs Jahre gedauert, bis mit „Southside“ endlich ein neues Album vorliegt. Doch hat sich das Warten auch wirklich gelohnt?

Gut, so ganz weg war Sam Hunt nun nicht. Nach dem megaerfolgreichen Studioalbum „Montevallo“ folgte 2017 mit „Body Like A Backroad“ eine frische, noch erfolgreichere Single. 2018 fiel Hunt mit „Downtown’s Dead“ auf, im letzten Jahr stellte er seine“Kinfolks“ vor. Eine brandneue LP gab es aber seit 2014 nicht. Das ändert sich nun, wobei nicht alle Titel des Albums wirklich neu sind.

Denn gut die Hälfte des 12 Songs umfassenden „Southside“ wurden schon vorab veröffentlicht, wie etwa das oben erwähnte, drei Jahre alte „Body Like A Backroad“.

Neu ist aber unteranderem der Opener des Longplayers, „2016“, der überraschend ruhig startet – was erst einmal zu Verwunderung beim Hörer führt. Die langsame, retrospektive Akustik-Ballade ist der wohl klassischste Country-Song, den Hunt jemals aufgenommen hat. Das wirft vorerst die Frage auf: Legt Sam Hunt mit „Southside“ tatsächlich ein waschechtes Country-Album vor? Gut, dass das darauf folgende „Hard To Forget“ eine klare Antwort liefert. Der Song, der als aktuelle Radiosingle dient, ist der wohl kreativste und beste Song, den der Sänger bisher veröffentlicht hat und zeigt Hunts musikalische Qualitäten perfekt auf.

Der ehemalige Footballspieler experimentiert abermals mit verschiedenen Musikstilen, mischt sie zusammen, verbindet fließende Harmonien mit tighten Sprechgesang. Und schreckt wie in „Hard To Forget“ auch nicht zurück einen Oldschool Country-Song (hier Webb Pierce’s Klassiker „There Stands The Glass“ von 1953) mit modernen Elektrobeats zu verschmelzen. Daraus entsteht ein durchaus innovativer, massentauglicher Popsound, der in den meisten Fällen auch verdammt viel Spaß macht. Dazu arbeitet Sam Hunt mit talentiertesten und renommiertesten Songschreiber und Produzenten der Szene zusammen. Auch an „Southside“ wirkte wieder das Team aus Zach Crowell, Luke Laird, Josh Osborne und Shane McAnally mit. In den Credits finden sich aber auch so hochkarätige Namen wie Emily Weisband und Josh Thompson wieder.

Ein weiteres Highlight ist das energiegeladene „Let It Down“. Hier tragen Elektrobeats und – ja – ein waschechtes Banjo sowie eine seicht eingesetzte Steelgitarre die exzellenten Vocals von Hunt. Ohrwurm- & Repeat-Garantie inklusive. Aber auch das smooth anmutende „Break Up In The 90’s“ kann sich hören lassen.

Sam Hunt liefert mit „Southside“ erneut ein tolles, erfrischendes und hervorragend produziertes Country-Pop-Crossover.

Southside erscheint am 3. April 2020 via Universal Music.

Last modified: 1. April 2020