So war das Warren Zeiders Konzert in Hamburg

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Endlich! Das Country-Konzertjahr hat begonnen, denn Sound of Nashville hat TikTok-Phänomen Warren Zeiders nach Hamburg gebracht. Wie groß Zeiders‘ Fangemeinde auch hierzulande ist, ließ an diesem Abend erstaunen. Der Veranstaltungsort, das Docks auf der Reeperbahn, war restlos ausverkauft und das über weite Teile der Republik angereiste Publikum in bester Stimmung. Auch so mancher Prominenter, wie etwa Musiker Olli Schulz wollte sich den Auftritt von Warren Zeiders nicht entgehen lassen. Bevor der aber die Bühne rocken durfte, sollte eigentlich Newcomer Wesko die Menge einheizen. Dieser fiel leider krankheitsbedingt aus, daher übernahm der Schweizer Country- und Americana-Sänger Sid Bader diesen Part. Sid wusste mit einer wunderbar rauen Stimme und ausdrucksstarken Songs zu begeistern. Seine Musik erinnerte an vielen Stellen an Genregrößen wie Zach Bryan oder Sam Barber. Bedauerlicherweise begleiteten den Beginn des kurzfristig eingesprungen Voracts Tonprobleme. Das Gitarrenkabel war defekt und lieferte keinen Ton. Nach Beheben des Problems konnte Sid sein Können aber vollends ausleben. Ein Support, der wirklich zu begeistern wusste.

Um 21:15 betrat Warren Zeiders dann unter tosendem Applaus mit seinem Hit „Up To No Good“ die Bühne. Und das Publikum war von der ersten Minute an direkt bei ihm. Textsicher sangen sie fast jede Zeile mit, verwandelten das Docks mit ihren Handys in ein Lichtermeer und feierten den Star des Abends. Kein Wunder, denn Warren Zeiders brachte jeden seiner Hitsongs nach Hamburg. Ob „Ride The Lightning“, „Relapse“, oder „You For A Reason“, die Setlist ließ nichts vermissen. Zeiders selbst genoss die Stimmung sichtlich und rockte sich von Song zu Song. Als dann noch sein weißes T-Shirt weichen durfte, wurde sicherlich so mancher Besucherin ziemlich heiß. 

Der Stimmung im Saal zu entnehmen, kam das beim Publikum an. Für mich sprang der Funke leider nicht gänzlich über. Warren Zeiders blieb meinem Vernehmen nach persönlich blass, seine überschwänglichen Emotionen bei „Pretty Little Poison“ sind wohl eher argwöhnisch zu betrachten. So blieb es ein Konzerterlebnis gefüllt von stimmungsvollem Country-Rock mit einem blassen Protagonisten. Nach mageren 70 Minuten war das Spektakel dann bereits vorbei, denn Zeiders verließ abrupt und ohne Zugabe die Bühne. Nachdem er es sich nicht nehmen lassen hat, Oberkörperfrei die letzten paar Songs zu performen. Warren Zeiders in Hamburg. Kann man machen, muss man aber nicht.

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