Spencer Crandall im Interview: „Ich sorge dafür, dass ihr euer Bier genießen könnt!“

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Spencer Crandall im exklusiven CNTRY Interview. Warum er Hochzeitsexperte und Biergenie zugleich ist – und ob er sich in die deutsche C2C Festival Familie einheiraten darf.

Er ist der Mann, dessen Stimme auf unzähligen Hochzeiten weltweit für Gänsehaut sorgt: Spencer Crandall. Mit viralen Hits wie „My Person“ und „The Right One“ hat er bewiesen, dass moderner Country längst keine Genregrenzen mehr kennt und via Spotify und TikTok die ganze Welt erobert.

Und in wenigen Wochen ist es endlich so weit: Im Rahmen des C2C: Country to Country Festivals in Berlin wird Spencer zum ersten Mal auf deutschen Bühnen stehen. Wir haben uns vorab mit dem sympathischen Singer-Songwriter zum Interview verabredet. Ein Gespräch über die Herausforderungen des Showbiz, das „Puzzle“ einer perfekten Setlist und der Wunsch, Teil der deutschen Country-Familie zu werden.

CNTRY: Spencer, du wirst in wenigen Wochen beim C2C-Festival in Berlin spielen. Das wird gleichzeitig dein erstes Mal hier sein, richtig?

Spencer Crandall: Absolut korrekt! Ich war noch nie dort und bin deshalb so aufgeregt.

War das schon lange geplant oder bist du einfach froh, dass es sich zufällig ergeben hat?

Ich bin so froh, dass es sich zufällig ergeben hat. Mein Manager und ich haben immer darüber gesprochen, dass wir gerne nach Übersee gehen und an anderen Orten spielen würden. Ich sehe es ja in meinen Spotify-Statistiken, wie meine Musik um die Welt geht, speziell in Europa. Als wir diese Gelegenheit bekamen, waren wir direkt Feuer und Flamme. Es fühlt sich an, als wäre es schon lange überfällig.

Gibt es eine touristische Sache, die du in Berlin machen willst?

Der Klassiker! Die Berliner Mauer anschauen! Aber ich möchte auch eure Architektur sehen. In Europa sind die Dinge auf eine schöne Weise alt. In Amerika steht Shopping Center an Shopping Center und überall gibt es Taco Bell und Arby’s. In Europa sind Kirchen etwa 400 Jahre alt. Ich möchte so viele Kirchen wie möglich besuchen.

Was ich dir vorab sagen kann: Das deutsche Publikum ist dafür bekannt, unglaublich aufmerksam zuzuhören. Das könnte vielleicht eine Überraschung für dich sein.

Bei meinen Headliner-Shows hier sind die Leute auch sehr aufmerksam, aber manchmal spiele ich im Vorprogramm und die Leute reden einfach und es interessiert sie nicht. Wann immer ich vor ein aufmerksames Publikum spielen darf, macht mich das glücklich. Das klingt also nach dem perfekten Publikum.

Aber du hast auch Songs, bei denen wir laut sein und abrocken müssen. Wie sieht die perfekte Festival-Setlist dort für dich aus? Denn du wirst nicht viel Zeit haben und von Bühne zu Bühne eilen.

Genau das ist der spaßige Teil an der Sache! Ich liebe das Variieren der Setlist und die Dynamik daran. Schließlich möchte ich die Leute auf eine Reise mitnehmen. Wenn du zu Kenny Chesney gehst, reißt du in einer Minute dein Bier hoch und jubelst, aber schon in der Nächsten laufen Tränen in dein Bierglas. Deshalb ist das Ziel, dem Publikum das unbeschreibliche Gefühl zugeben, im Hier und Jetzt zu sein, um sie dann dazu bringen, über ihre tiefsten Emotionen nachzudenken. Ich werde neues Material spielen, das noch niemand gehört hat, aber auch die Klassiker und die Hits. Ich versuche den Leuten von allem ein bisschen zu geben.

Ein Hit mit millionenfachen Aufrufen – The Right One:

Du hast deine Statistiken auf Spotify und Social Media erwähnt. Konntest du einen klaren Zuwachs an europäischen Fans feststellen?

Auf jeden Fall. Ich erinnere mich, wie ich mich anfangs freute, als mich ein paar Hundert Leute aus Australien hörten. Heute mache ich  Musik, die absichtlich mit einem Bein im Country und mit dem anderen wo anders steht, nennen wir es einfach „Genre-fluid“. Der Song „The Right One“ war etwa in gleichzeitig in Südafrika, Dänemark, Norwegen, Deutschland und Kanada in den Spotify Viral Charts. Heutzutage ist Country-Musik in weltweites Phänomen. Früher haben mich meine Freunde ausgelacht, weil ich Country hörte – sie hielten es für ein Nischengenre. Jetzt ist es überall. Wir müssen Leuten wie Morgan Wallen und auch Taylor Swift dafür danken. Sie verkauft heute Stadien in Japan aus. Vielleicht versteht nicht jeder dort Englisch, aber sie fühlen die Melodie. Musik ist halt die einzige Sprache, die wir alle sprechen.

Du bist für viele zum „Mr. Wedding Soundtrack“ geworden, durch Songs wie „My Person“ oder „Marry Your Best Friend“. Setzt dich das unter Druck, wenn du einen Lovesong schreibst?

Ehrlich gesagt, gab es tatsächlich einen Punkt in meiner Karriere, an dem ich mich fragte, ob ich das nur weitermachen sollte, weil es funktionierte. Aber heute weiß ich, dass ich diese Art von Songs einfach liebe. Sie kommen aus mir heraus, wenn sie wollen. Ich brauche das nicht zu erzwingen. Es ist eine große Ehre, Teil des wichtigsten Tages im Leben eines Menschen zu sein. Wenn Leute meinen Song für ihren ersten Tanz wählen, ist das ein riesiges Kompliment. Es ist kein Druck, es ist eher surreal. Jedes Wochenende schicken mir Leute Videos von ihren Hochzeiten aus der ganzen Welt. Da fühle ich mich natürlich geehrt.

Heutzutage jagt jeder diesem viralen Moment hinterher. Ist es nicht schwierig, den Schwung und den Hype danach aufrechtzuerhalten?

Es ist hart. Es ist in vielerlei Hinsicht wie Lotto oder Poker. Man kann ein großartiger Pokerspieler sein und trotzdem verlieren. Heutzutage fühlt es sich bei jeder neuen Veröffentlichung so an, als würde man bei Null anfangen. Ich habe keinen direkten Vorteil, nur weil ich in der Vergangenheit virale Momente mit „My Person“ oder „The Right One“ hatte. Die Leute fragen: „Was hast du sonst noch?“ Man muss für jeden Song einen Plan entwickeln. Viele der alten Tricks funktionieren nicht mehr. Ich versuche, all meine Erfahrungen zu nutzen, aber der Markt ist gesättigter denn je.

Ich bin mir sicher, dass deshalb viele deutsche Fans deine Musik mitsingen werden. Aber gehen wir mal vom Worst-Case-Szenario aus: Du stehst auf der Bühne und niemand singt mit. Hast du dafür eine Geheimwaffe?

Nein, und genau das ist die Herausforderung im Showgeschäft. Ich habe schon als Vorband gespielt, während ältere Damen eingeschlafen sind oder Schlägereien ausbrachen. Ich mache das schon lange genug, um zu wissen, wie man die Leute mitreißen kann. Ich mag diese Herausforderung. Es ist wie ein Puzzle: Will das Publikum gerade einen langsamen Song oder wollen sie die Party am Laufen halten? Du hast gesagt, die deutschen Fans sind aufmerksam. Ich habe gehört, dass wir eine Show in einem Kinosaal spielen, wo die Leute sitzen und wirklich zuhören können. Vielleicht erzähle ich dort eher eine lange Geschichte. Wenn wir die Rooftop-Bar-Session spielen, sorge ich dafür, dass ihr Spaß habt und euer Bier trinken könnt.

Damit passt du perfekt zum C2C! Und das ist definitiv kein gewöhnliches Festival, es ist sehr familiär. Auch wenn die Community in Deutschland größer geworden ist, fühlt es sich immer noch wie ein großes Familientreffen an.

Das klingt großartig! Bitte heißt mich in der Familie willkommen, ich will dazugehören!

Das werden wir, Spencer!

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