The Cadillac Three – Country Fuzz (Album-Review)

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Eine der interessantesten Bands aus Nashville meldet sich zurück! The Cadillac Three verschmelzen rebellischen Hard Rock mit rauer Country-Musik. Nach drei Jahren intensiver Arbeit steht nun ihr langersehntes, viertes Album Country Fuzz bereit.

Kann eine Band tatsächlich ein Konzert von Country-Superstar Keith Urban eröffnen und am nächsten Tag gemeinsam mit Slayer auf einem Metal-Festival spielen? Nein?! Doch, doch… The Cadillac Three haben genau das bereits geschafft. Hört sich unfassbar an, aber keine andere Band schlägt gekonnter eine Brücke zwischen Country und Hard Rock. Ein bisschen Roots, Outlaw-Attitüde, Metal, Southern und Indie-Rock und ein Schuss Funk. E-Gitarre, Schlagzeug, fette Amp’s und eine Lap Steel Gitarre. Fertig ist der treibende Sound, der Fans von Rock und Country gleichermaßen begeistert. Diesen Sound nennen The Cadillac Three selbst Country Fuzz.

Doch Country Fuzz beschreibt nicht nur ihren Sound, auch ihr Auftreten. Leadsänger und E-Gitarrist Jaren Johnston, Schlagzeuger Neil Mason sowie der Mann an der Lap Steel, Kelby Ray, allesamt Nashville-Originale mit langem Haar, die mit allerhand Südstaaten-Charme bestechen können. Da passt es natürlich wie die Faust auf’s Auge, dass ihr neues Album eben jenen Titel trägt, leben sie ihren Sound nun auf einer 16 Song starken LP aus.

Schon der Start der Platte lässt nun jeden erahnen, dass TC3 keine Jungs der Traurigkeit sind. In Bar Round Here feiern die drei Cadillacs ein feuchtfröhliches Trinkvergnügen im treibenden Honkytonk Country-Style. Mit dem folgenden The Jam (aus der Feder von Frontmann Jaren Johnston und dem Florida Georgia Line Mitglied Brian Kelly) geht es mit ähnlichem Groove, vor allem aber mächtig funky weiter. Das erste große, mächtige Highlight bietet dann der Southern Rock Stampfer Hard Out Here For A Country Boy. Diesen Titel testet die Band schon seit 2018 vor Live-Publikum, für die Studioversion hat man sich nun Unterstützung durch Travis Tritt und Chris Janson geholt. Gerade Janson’s Mundharmonika-Solo gibt dem Track den besonderen Kick. Auch wenn man nur eine Ode an das Leben des einfachen Südstaatlers besingt – Heimatverbundenheit war schon immer leitendes Thema in der Musik der Cadillac Three.

Weiter geht’s mit typisch stimmungsgeladenen und heiteren Titeln wie All The Makin’s Of A Saturday Night, Crackin’ Cold Ones With The Boys und dem lässig harten Slow Rollin’. Doch dann nimmt Country Fuzz erst richtig Fahrt auf. Der Indie-Rock Song Labels besticht mit lässigen E-Gitarren-Riffs und erinnert gekonnt an die Anfangszeiten der drei Schulkumpels, als man noch unter dem Bandnamen American Bang formierte. Auch das geschliffen produzierte, mit genialen Lap Steel Parts angereicherte Why Ya Gotta Go Out Like That spielt gekonnt im Grenzfeld zwischen Indie- und Southern-Rock. Das starke Jack Daniels Heart wartet währenddessen mit einem verspielten, wilden Gitarrensolo auf.

Für den finalen Kick sorgt dann der vorletzte Song, Whiskey & Smoke. Harte Riffs, knallende Drums und ein Jaren Johnston, der stimmlich an seine Grenzen geht. So laut hat man den Mann mit dem besonderen Twang auch noch nicht gehört.

Doch neben diesem heiteren Rockfeuerwerk zeigen The Cadillac Three, dass es auch ruhiger geht. Denn das träumend schöne Long After Last Call, schließt ein rundum starkes Album ab.

Damit ist eines klar: The Cadillac Three sind die neuen Könige des Southern Rock!

Country Fuzz erscheint am 7. Februar 2020 via Big Machine Records / Universal Music.

Live erleben kann man die Band bei der diesjährigen Ausgabe des C2C Country to Country -Festival am 6. März 2020 in Berlin. Tickets dafür gibt es hier.

Last modified: 6. Februar 2020