Drake White begeistert das Hamburger Publikum

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Foto: John Shearer

Zum bereits zweiten Mal in diesem Jahr war Country-Musiker Drake White mit seiner Band „The Big Fire“ zu Gast in Hamburg. Diesmal – anders als im vergangenen März – endlich als Headliner im kleinen, aber gut gefüllten Club „Häkken“ auf der Reeperbahn.

Dass Drake White das europäische und deutsche Publikum liebt, weiß man schon seit Anfang des Jahres. Dort sagte er uns im Interview: „Wir wissen wie toll das Publikum bei euch ist. Und wie sehr ihr richtige Musik und ‚folky country‘ liebt. Wir können es nicht erwarten das zu erleben.“ Diese Meinung bestärkte er nicht nur nach dem Konzert, als er sagte: „Das besondere an euch ist, ihr hört zu und lebt die Musik. Es ist irgendwie anders und besonders für euch als in den Staaten zu spielen.“, sondern vor allem während dem ganzen Konzert.

Und das ist nicht gerade selbstverständlich. Drake und seine Bandkollegen mussten vorher geschlagene 13 Stunden durch die Niederlande und Deutschland reisen, um abends nach Hamburg zu gelangen. Der Sturm „Xavier“ hatte am Montag nämlich immer noch seine Nachwirkungen auf den Bahngleisen unseres Landes hinterlassen. Die Müdigkeit sah man der Truppe letzten Endes aber nicht an. Während sich der Einlass um fast zwei Stunden nach hinten verschob und die Gäste im typischen Hamburger Nieselregen vor verschlossenen Türen warten mussten, betraten „The Big Fire“ noch in Jogginghose und Gepäck auf dem Rücken das Häkken und begannen prompt mit dem Soundcheck.

Dann endlich: Gegen 21 Uhr betraten Curran die Bühne, um die Gäste einzuheizen. Gelang dies mit dem ersten Stück, ein Tom Petty Cover, leider noch nicht, war sich das Publikum spätestens nach Song Nummer 3 einig: Curran? Die können was. Akustisch begleiteten sie ihr Set und rockten den Regen von den nassen Klamotten des Publikums. Gut, das Curran im Gespräch nach der Show verlauten ließ schon im Februar wieder zukommen.

Und dann war es endlich so weit: Drake White betrat mit seiner Band die kleine Bühne des Häkken und stimmte „Heartbeat“ an. Das Publikum sang und klatschte sofort mit – Drake gab sofort alles, voller Energie, oder wie sein Kumpel Brent Cobb zu sagen pflegt: „wie auf Drogen“ schmetterte er das launige „Story“ hinterher. Für viele ein Highlight, waren vor allem die bisher unveröffentlichten Songs „The Simple Life“ und „Raised Right“. Mitsingen konnte da nur Drake’s mitgereister Vater, der sich in die Menge mischte.

Drake White, Bassist Phil, Drummer Adam und ihre Bandkollegen rockten den kleinen Club und lieferten zum Ende direkt ihre 2 größten Hits hintereinander: „Makin‘ Me Look Good Again“ und das genauso wunderbare „Livin‘ the Dream“. Danach wollte nur noch eine kleine Zugabe folgen und nach letztlich 13 Songs war es dann auch schon vorbei.

Drake White hat bewiesen, dass er zu Recht als ein waschechter Live-Entertainer gilt. Ein Konzert, das rund um Spaß machte, leider aber auch nach etwa einer Stunde Spielzeit zu schnell vorbei war. Geschuldet ist dies aber nichts anderem als die problematische Anreise.

Hoffentlich kommen Drake White & The Big Fire schon im nächsten Jahr wieder. Dann ohne schwierige Anreise und ausgeschlafen. Man möge sich nur ausmalen, was die Jungs dann auf der Bühne abliefern würden. Die Chancen für eine baldige Rückkehr stehen zumindest nicht schlecht. So sagte Drake White auf der Bühne selbst: „Danke, dass ihr da seid. Auch wenn ihr nur ein paar Leute seid, feuert uns weiter an und kommt zu unseren Konzerten, kauft unsere Platten, hört unsere Musik. Das nächste Mal sind wir viel mehr und beim übernächsten Mal spielen wir im Mojo als Headliner.“

Last modified: 3. April 2020