Mitchell Tenpenny’s persönliches Debütalbum „Telling All My Secrets“

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Telling All My Secrets heißt das Debütalbum des Singer-Songwriters Mitchell Tenpenny und enthält unter anderem die in den USA mit Gold ausgezeichnete Single Drunk Me aus März dieses Jahres.

Musikalisch vereint der Longplayer ein beeindruckend breites Spektrum an Einflüssen, die der 29-jährige Musiker kompetent und selbstbewusst zusammenfügt. Seine Souveränität kommt derweil nicht von ungefähr: der aus Nashville stammende Tenpenny kann auf jahrelange Erfahrung als Songwriter und Live-Musiker zurückblicken. Mit Telling All My Secrets legt er nun jenes Album vor, das ihm nun den von zahlreichen Kritikern und Branchenmagazinen prophezeiten Durchbruch bescheren könnte.

Zugegeben, die Vorhersage der Branchenkenner war nicht allzu verwegen – immerhin kommen seine Songs (darunter die Tracks seiner selbstbetitelten EP) bereits auf über hundert Millionen Streams. Allein seine Hitsingle Drunk Me verzeichnete mehr als neunzig Millionen Streams und verkaufte sich in den USA mehr als 500.000 Mal. Dass ihm mit Drunk Me ein ganz besonderer Song gelungen war, dämmerte dem Sänger bereits bei den Aufnahmen. „Alles an dem Song – die Produktion, die Hookline, die Performance – ist exakt so, wie ich mich darstellen will“, sagt er. „Wir haben sehr viel Arbeit hineingesteckt und es wurde ein sehr cineastischer und ungewöhnlicher Song. Als wir uns die fertige Aufnahme zum ersten Mal anhörten, dachte ich, es könnte auch ein Whitney Houston-Song sein, und mir war klar: ‚Das fühlt sich richtig an, genau so müssen wir das machen‘. Und so wurde Drunk Me zum musikalischen Ausgangspunkt des ganzen Albums“.Natürlich kann man einen derartigen explosiven Erfolg nicht vorher sagen. „Man weiß nie, was passieren wird“, sagt Tenpenny, „aber ich war selbstbewusst genug, dass ich damit klar gekommen wäre, wenn der Song floppt. Ich wusste, dass ich mein Bestes gegeben hatte, ich hatte alles hineingesteckt, was ich hatte. Das ist eine Lehre, die ich aus meiner Football-Zeit gezogen habe: mein Trainer sagte immer, dass man keine Angst vor der Niederlage haben darf. Deshalb war ich auch bei diesem Song komplett furchtlos“.

Dieses Level an Abgeklärtheit ist u.a. das Ergebnis der Beziehung, die er mit seiner Großmutter Donny Hilley pflegte, einer Musikindustrie-Veteranin und ersten Frau an der Spitze des Verlags Sony/ATV Publishing. „Ich hatte das große Glück, im Musikbusiness aufzuwachsen und es mitzuerleben“, erinnert er sich. „Ich sah, wie meine Großmutter mit den Songwritern umging. Es gibt einen kleinen Kreis von Freunden in dieser Industrie und sie behandelte immer alle Menschen korrekt“. (Diese Einstellung half Tenpenny vermutlich auch dabei, für das Album so hochkarätige Songwriter wie Hillary Lindsey, Devin Dawson und Josh Hoge zu verpflichten).

Tenpenny fing im Alter von dreizehn Jahren mit dem Gitarrespielen an und nachdem er die Middle Tennessee State University mit einem Abschluss in Musikwirtschaft absolviert hatte, begann er seine Profi-Karriere. Sein Album Black Crow, das 2015 erschien, enthielt Cameos von den SteelDrivers, Ace Frehley und Brian „Head” Welch von Korn. Seine 2017 erschienene EP Linden Ave. kletterte bis auf Platz sechs der Billboard „Heatseekers“ Charts. Gleichzeitig feierte er als Songwriter für andere Sänger Erfolge, u.a. schrieb er an Granger Smith’s Top Ten-Hit If The Boot Fits mit. Erfahrungen als Live-Musiker sammelte er derweil auf Tour mit Maren Morris, Jake Owen, Brett Young, Lynyrd Skynyrd und Dustin Lynch.

Auch wenn der Großteil des Albums nach der Fertigstellung der Mitchell Tenpenny EP entstand, so reicht die Entstehungsgeschichte einiger Songs noch wesentlich weiter zurück. „Ich schrieb Goner schon vor langer Zeit“, sagt er. „Es ist eines meiner absoluten Lieblingslieder. Es enthält eine meiner besten John Mayer/Michael Jackson-Impressionen – nicht, dass ich jemals gedacht hätte: ‚So möchte ich klingen’, aber ich kann meine ganz eigenen Erfahrungen in dem Song hören. Eine Kombination der Musik, mit der ich aufgewachsen bin.“

Der letzte Song des Albums, Walk Like Him, ist für Tenpenny der persönlichste. „Es ist der erste Song, den ich über meinen Vater nach seinem Tod geschrieben habe“, erklärt er. „Meine Familie sagt immer, dass mein Gang dem seinen ähnelt. Ich erinnere mich, wie ich einmal in einem Bandbus von einer Show zurückfuhr und die ganze Band schlief hinten – und da kam mir plötzlich die Idee zu dem Song und ich schrieb die Hookline noch in dieser Nacht. Ich hatte schon lange vor, mir das Thema von der Seele zu schreiben, und ich wollte, dass dieses Album mit diesem Gefühl endet. Ich denke, dass jeder, der schon einmal jemanden verloren hat, dieses Gefühl verstehen kann.“

„Ich wollte auf diesem Album ein paar verschiedene Geschichten erzählen, aber es war mir wichtig, dass alle authentisch und glaubhaft sind“, sagt Mitchell Tenpenny. „Was ich zu jener Zeit fühlte, wo ich mit meinem Kopf war und was in der Welt vor sich geht, alles trug zum Endprodukt bei. Die Songs, die es letztendlich auf das Album geschafft haben, sind die mit der größten Leidenschaft, auf die ich stolz bin und die genau das zum Ausdruck bringen, was ich wirklich sagen wollte.“

Stolze 56 Songs hatte Mitchell Tenpenny offiziell für Telling All My Secrets geschrieben, das nun sein Majorlabel-Debüt für das Sony Music-Label RCA ist. Fragt man noch einmal nach, so muss er allerdings zugeben, dass die Zahl der Kompositionen tatsächlich sogar in die Hunderte geht. „Mein Songwriting wird immer reifer und ehrlicher“, sagt er. „Wenn man jünger ist, dann gibt es viele Themen, die man sich nicht zu singen traut. Aber wenn man älter wird, fällt diese Mauer in sich zusammen. Ich widme mich Themen, mit denen Menschen meines Alters tagtäglich zu tun haben, und das Beste ist, sich die Verletzlichkeit zu bewahren. Ich habe jetzt mehr erlebt und bin mehr gereist. Man sieht die Welt und begreift, was die Menschen wollen. Man wird älter und ein wenig weiser – ich will nicht sagen, dass ich weise bin, aber ich lerne jeden Tag dazu, und das kommt in den Songs zum Ausdruck“.

Last modified: 19. Dezember 2018