Review: Thomas Rhett „Center Point Road“ – Zwischen Hollywood und Nashville

Written by | ALBUM REVIEWS, REVIEWS

Thomas Rhett war bisher für seine Erfolge in der Country-Welt bekannt, veröffentlicht jetzt aber mit Center Point Road sein neues Pop-Album.

Die musikalische Laufbahn des 29-jährigen Sohnes des 90er-Country Stars und heutigen Songwriters Rhett Akins begann 2013 mit seinem Debütalbum It Goes Like This. Richtig fahrt nahm Thomas Rhett’s Karriere aber erst durch die Hit-Singles Die A Happy Man und Marry Me auf. Erste Kontakte in die Pop-Welt folgten 2017, als er auf dem Remix zu Leave Right Now mit dem erfolgreichen dänischen DJ Martin Jensen kollaborierte. Für die Produktion seines neuen Albums Center Point Road verschlug es Rhett nun aus der Country-Hochburg Nashville nach Hollywood – wo während Songwriting-Sessions, unter anderem mit OneRepublic Frontmann Ryan Tedder, einige neue Songs entstanden.

Die Center Point Road in Hendersonville

Die Center Point Road in Hendersonville. Hier wuchs Thomas Rhett auf, bis heute ist diese Straße für den Sänger ein Rückzugsort, seine wahre Heimat. Heimat heißt für Thomas aber vor allem eines: Seine Familie rund um Gattin Lauren und den gemeinsamen Töchtern Ada und Willa Gray. In den Songs des Albums Center Point Road hört man deutlich, wie glücklich ihn dieser Ort und diese Personen darum machen. Das zeigt unter anderem der Song Blessed, ein ruhiger und einfühlsamer Song, dessen zurückhaltend akustische Instrumentalisierung ein echter Gewinn ist. „People say I am lucky – but lucky ain’t the Word. Yeah, I’m blessed.“ („Die Leute sagen ich bin glücklich, aber glücklich ist nicht das richtige Wort. Ja, ich bin gesegnet“).

Auch der letzte Track des Longplayers Almost sorgt für glückliche Emotionalität. Hier erkennt Thomas Rhett, dass er eben für fast Alles dankbar ist. Egal ob schlechte oder gute Erfahrungen. An früherer Stelle liefert der ACM Male Vocalist Of The Year 2019 eines der Highlights seines neuesten Projekts. Things You Do For Love ist ein wunderbarer, vom Herzen angetriebener Love-Song. Aber keine langsame Ballade, sondern ein kraftvoller, antreibender Power-Jam.

Die Zukunft für Thomas Rhett ruft: „Hollywood!“

Der Upbeat Pop Song Look What God Gave Her ist eine Hommage an seine Frau, aber auch an die Frauenwelt allgemein.

Für den Titeltrack auf Center Point Road hat sich Thomas mit Kelsea Ballerini (die Stimme in This Feeling von The Chainsmokers) zusammengetan. Ein Song, der wie viele andere auf dem Projekt deutlich weniger nach vorne geht. Hier schwelgen die beiden Musiker in Erinnerungen an ihre jungen Jahre. Obwohl die 25-jährige Ballerini und Rhett, der nächstes Jahr seinen 30. Geburtstag feiert, zu den jungen, wilden Stars der Musikszene gehören.

Dass Thomas Rhett sehr wohl noch immer seine jungen Jahre genießt, zeigt er nicht nur in den sommerlichen, funky Feel-Good Track VHS (kurz für Very Hot Summer). In Don’t Threaten Me With a Good Time, eine Kollaboration mit der Country-Band Little Big Town, wird eine legendäre Party gefeiert. Während er in Beer Can’t Fix gemeinsam mit Jon Pardi erkennt, dass es wirklich nichts gibt was ein kühles Blondes nicht reparieren kann.

Thomas Rhett ist ein Künstler, der so einiges beherrscht. Er ist ein cleverer Songwriter, ein begnadeter Vokalist und Entertainer. Mit Center Point Road zeigt er sein Talent im Umfeld einer glatt produzierten, ordentlich poppigen Atmosphäre – getränkt in viel Funk, Soul und R&B. Die Zukunft für Thomas Rhett ruft: „Hollywood!“, Taylor Swift hat es bereits vorgemacht.

Center Point Road erscheint am 31. Mai 2019 via Universal Music.

Last modified: 28. Mai 2019