The (Dixie) Chicks – Gaslighter (Album-Review)

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14 Jahre nach dem letzten Studioalbum melden sich The Chicks zurück. Und zeigen, das sie noch immer einiges zu sagen haben.

Wenn sich die erfolgreichste US-Frauenband nach einer 14 Jahre andauernden Schaffenspause wieder zurückmeldet, kann man einen musikalischen Paukenschlag erwarten. Denn das Country-Trio brach bereits 2003 mit ihrer konservativen Fangemeinde, als es während eines Konzertes in London gegen den damaligen Präsident George W. Bush schoss. Seit jeher stehen die drei Texanerinnen wie keine andere Band für freie Meinungsäußerung, Gleichheit und Gerechtigkeit.

Auch in 2020 haben Natalie Mayes, Martie Erwin Maguire und Emily Strayer einiges zu sagen. Im Zuge der anhaltenden Proteste setzten sie ein erstes Statement und entledigten sich des Wortes Dixie. Der Begriff dient seit jeher als Synonym der US-Südstaaten und steht im engen Zusammenhang mit Sklaverei. Nun firmiert man, ganz schlicht, nur noch als The Chicks.

Mayes selbst sah das neue Album „Gaslighter“ als wertvoll an, um ihre vorangegangene Trennung verarbeiten zu können. Die schmerzhafte und vor allem hässliche Scheidung gab ihr genügend Inspiration für ein Dutzend neuer Songs. Die sind, mit wenigen Ausnahmen, wie der Titeltrack, eher ruhiger Natur. Jeder einzelne aber mit trostvoller Botschaft. So mag „Gaslighter“ zwar im fröhlichen Klangbild daherkommen, dient aber als wütende Abrechnung an Ex-Mann Adrian Paster. All diese tiefen Emotionen werden durch die zurückhaltende Instrumentalisierung der Tracks verstärkt. Streicher bestimmen die Klänge in „Tights On My Boat“, „Young Man“ und „Set Me Free“, Banjos tragen „Set Me Free“, eine Orgel „My Best Friends Wedding“ Mit Hilfe von Produzent Jack Antonoff (u.a. Taylor Swift) formten The Chicks ein starkes Gesamtwerk, das mit „March March“ eines der wichtigsten musikalischen Beiträge unserer unruhigen Zeit beinhaltet. Ein Aufruf Stimme zu zeigen, sich für Meinungsfreiheit, Frauenrechte einzusetzen. Die LGBTQ- und Black Lives Matter Bewegung zu unterstützen, denn wir sind alle eins.

Gaslighter erscheint am 17. Juli 2020 via Columbia Records / Sony Music.

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