Tonder-Festival 2018: Magie des Moments

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Das meiste lässt sich in der Musik planen. Es wird geübt und geprobt, musikalische Abläufe und Arrangements werden durchexerziert, bis irgendwann wirklich jeder Ton, jede Nuance auf den Punkt sitzt. Natürlich ist diese zur Schau gestellte Perfektion immer beeindruckend – doch sie lässt einen auch oft kalt. Denn: Zu viel Kopf. Zu wenig Bauch. So sind es immer wieder die ungeplanten, die spontanen und improvisierten Musiker-Begegnungen, die Musik erst in die Nähe der Magie rücken lassen. Das hat man auch bei dem an der deutschen Grenze seit über 44 Jahren ausgerichteten Tonder-Festival erkannt.

Spontane Inspiration beim Women’s und Gentlemen’s Circle

Seit einiger Zeit bringen die Veranstalter des Folk-, Americana- und Traditional-Music-Events Künstler aus verschiedenen Kulturkreisen auf eine Bühne zusammen, um sie – relativ unvorbereitet – miteinander Musik machen zu lassen. Warum diese Begegnungen, wie einst in der Realschule, nach Männlein und Weiblein aufgesplittet sind, bleibt das Geheimnis der Verantwortlichen. Schmälert aber nicht den Musikgenuss, den der „Women’s Circle“ und der „Gentlemen’s Circle“ bescheren.

Maria Theessink, beim Tonder-Festival für das Musikprogramm verantwortlich, über das besondere Konzert-Format: „Die `Circle´-Reihe gehört seit Jahren zur Identität unseres Festivals – und sie hat schon für viele musikalische Sternstunden gesorgt. Schließlich ist es immer etwas ganz Besonderes, wenn Songschreiber aus verschiedenen Regionen abwechselnd im Vordergrund stehen, sich gegenseitig unterstützen, einander begleiten und Geschichten über ihre Musik und Songs erzählen.“

Line-Up der beiden Circles auf dem Tonder-Festival

Wer neugierig geworden ist und das nachprüfen möchte, hat am 25. August („Women’s Circle“) und am 26. August („Gentlemen’s Circle“) die Möglichkeiten. Beide „Circles“ sind großartig besetzt: Zur Damenriege gehören Tami Neilson (Kanada), Irish Mythen (Irland/Kanada), die Grammy-nominierten The Secret Sisters (USA) sowie Annika Aakjær und Laura Mo (Dänemark). Zur Herrenrunde gesellen sich in diesem Jahr die Americana-Chefs Jeffrey Foucault und Luke Winslow-King (USA), William Crighton (Australien), Joey Landreth (Kanada) sowie Søren Huss (Dänemark).

Doch auch viele der weiteren rund 70 Konzerte des idyllisch gelegenen Traditions-Festivals haben das Zeug zur Magie-Entfaltung. Mit The Mavericks, die Oyster Band, Tyler Childers, Sam Outlaw, Parker Millsap und der ultimative Widergänger von Johnny Cash, der blutjunge Country-Brummbär Colter Wall haben sich schließlich einige der besten und begeisterndsten Formationen im weiten Feld der handgemachten Musik angesagt.

Weitere Informationen über das Festival finden sich unter: https://tf.dk/de/

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