Tucker Wetmore live in Hamburg: Nashville-Feelings pur in der Fabrik

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Abriss an der Elbe: Tucker Wetmore und Carter Faith zeigten in Hamburg, warum sie der nächste große Fang sind.

Wenn der aktuell heißeste Newcomer aus Nashville die Elbe ansteuert, dann brennt die Hütte! Am vergangenen Donnerstagabend verwandelte Tucker Wetmore die rustikale Fabrik in Hamburg in einen Hexenkessel. Ausverkauft, stickig, laut und voller Energie hat Tucker bewiesen, wie Country-Pop auch im hohen Norden Deutschlands funktioniert.

Noch bevor Tucker die Bühne stürmte, begrüßte Carter Faith die Crowd. Mit ihrer glasklaren Stimme und einer ordentlichen Portion Nashville-Vibe lieferte sie den perfekten Kontrast zum späteren Abriss. Das war laid-back und so charmant, dass sich das Hamburger Publikum perfekt auf die entsprechende Betriebstemperatur bringen konnte.

Nach einer gut halbstündigen Pause dröhnte der BigXthaPlug-Hit „About You“ aus den Boxen. Da war klar, gleich stürmt Tucker Wetmore auf die Bühne. Und sein Einstieg in den Abend hätte kaum passender sein können. Der Start mit „Proving Me Right“, direkt gefolgt von voller Power bei „Break First“, setzte sofort den Ton für den Rest der Show. Die Menge von auffällig vielen jungen Frauen dominiert, war ab Sekunde eins textsicher. Songs wie „Wine Into Whiskey“ oder „Wind Up Missing You“ sind eben wie für die Live-Bühne gemacht. Wie sehr Tucker das Publikum mitziehen kann, zeigte sich auch während des eingestreuten Pop-Medleys, bei dem er Hits wie „This Love“ von Maroon 5 oder Trains „Drops of Jupiter“ mit seiner ganz eigenen Note präsentierte.

Tucker Wetmore live in Hamburg, Fotos: Christopher Wegner / CNTRY

Besonders cool: Akustisch sorgte Tucker Wetmore mit „When I Ain’t Lookin’“ und „Casino“ für eine echte Campfire-Atmosphäre. Und weil die Stimmung so gut war, gab es beim folgenden Country Medley voller Klassiker neben „I Like It I Love It“ von Tim McGraw auch noch „Wagon Wheel“ oben drauf. Ganz spontan auf Zuruf eines Fans. Zum krönenden Abschluss performte Tucker schließlich seinen Hit „Brunette“. Dann gab es kein Halten mehr, und die zahlreichen Fans bewiesen, dass sie wirklich jede seiner Zeilen auswendig kennen. Ein würdiger Abschluss für eine hochenergetische Show.

Tucker Wetmore bringt alles mit, was ein zukünftiger Superstar braucht: Den Charme, das Millionen-Dollar-Lächeln und eine Bühnenpräsenz, die einen förmlich wegfegt. Er hat die Crowd im Griff und zahlreiche Hits im Gepäck. Doch nach knapp über einer Stunde war der Zauber schon wieder vorbei. Er ist zwar bereit für die ganz großen Bühnen, muss aber konditionell noch eine Schippe drauflegen, um wirklich in der obersten Liga mitzuspielen.

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