Drake Milligan im Interview: „Ich bin ein Ja-Sager“

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Drake Milligan im exklusiven Interview mit CNTRY über sein Idol, Ängste und was sein Leben maßgeblich verändert hat.

Drake Milligan bringt mit traditioneller Country-Musik und einer euphorischen Priese Rock ’n‘ Roll neuen Schwung in die Szene. Dieser einzigartige Twist wird von Fans, Kollegen und den Medien gleichermaßen gelobt. Das belegen Auftritte in zahlreichen TV-Shows, sein gelungenes Debütalbum „Dallas/Fort Worth“ und zahlreiche Charterfolge. Der junge Entertainer nennt dabei den King of Country George Strait und den King of Rock ’n‘ Roll Elvis Presley als seine Vorbilder. Da verwundert es kaum, dass der Entertainer beide Welten in seine elektrisierenden Bühnenshow verbindet. Davon konnten sich deutsche Country-Fans erstmals im Rahmen C2C Festival in Berlin ein Bild machen. Kurz vor seinem umjubelten Auftritt traf CNTRY Drake Milligan zum Gespräch.

Was den 24-jährigen Country-Sänger in seiner Kindheit prägte, warum er die Teilnahme in einer großen Casting-Show abbrach und warum er sich selbst für einen Ja-Sager hält, erfährst du im exklusiven Interview mit CNTRY. Entweder als Video oder weiter unten in Textform.

Drake Milligan im Video-Interview mit CNTRY:

CNTRY: Du bist zum ersten Mal hier in Deutschland!

Drake Milligan: Ja, ich bin zum ersten Mal in Deutschland. Bisher hat es uns gut gefallen. Wir sind erst gestern Abend angekommen und ich habe nicht annähernd genug Zeit, weil ich morgen früh wieder abreise. Ich wünschte, ich hätte mehr Zeit um abzuhängen, die Sehenswürdigkeiten anzuschauen und den Ort etwas näher kennenzulernen. Aber so weit so gut. Wir sind gestern Abend ausgegangen, haben zu Abend gegessen und ein paar Bier getrunken. Und gleich werden wir eine Show für ganz viele Deutsche spielen. Wir holen uns also ein paar Erinnerungen ab.

Du bist schon eine ganze Weile in der Country-Szene aktiv, aber angefangen hast du als Elvis-Imitator…

Genau!

Dann hast du Elvis in der Fernsehserie „Sun Records“ gespielt. Das muss eine unglaubliche Erfahrung gewesen sein…

Das war es! Das war etwas, was ich aufgeschnappt habe, als ich noch klein war. Ich habe Elvis für mich entdeckt und war einfach nur begeistert. Ich sah ihn und dachte nur: „Was ist das?!“ Ich hatte vorher niemanden gesehen, der so unterhaltsam ist. Und alles was ich hatte waren Videoclips. Ich wurde 20 Jahre nach Elvis‘ Tod geboren. Ich hatte also nie die Gelegenheit in live zu sehen. Auch wenn ich als Kind nur Videoclips von ihm gesehen habe, war ich einfach begeistert. Dieser Typ ist ein echter Entertainer. Das möchte ich auch. Das ist, was ich auch machen will. Ich möchte auch ein Entertainer sein. Und dann war ich für einige Jahre ein Elvis-Imitator. Das ging bis in meine Middle School und Highschool Zeit. Ich bin viel gereist, um Elvis-Festivals zu besuchen und dann habe ich auf Facebook zufällig von einem Casting für eine Fernsehserie mit dem Titel „Sun Records“ erfahren. Also fuhren meine Mom und ich hin und ich sprach dort vor. Nur zwei Wochen später erhielt ich einen Anruf, dass ich die Rolle habe. Also ging ich von der Highschool um für diese Fernsehserie zu arbeiten. Das hat mein Leben wirklich verändert. Ich habe dadurch viele tolle Leute kennengelernt. Und nach dem Dreh beschloss ich, dass ich mir meinen eigenen Namen und meine eigene Karriere starten will. Also fuhr ich nach Nashville und ging es an.

Kannst du dich noch an deinen ersten Tag in Nashville erinnern?

Das war noch, bevor ich dort hingezogen bin. Ich war mit einigen der anderen Darsteller dort, während wir „Sun Records“ gedreht haben. Wir waren alle miteinander befreundet, wirklich der gesamte Cast. Wir hingen zusammen ab und beschlossen an einem Wochenende nach Nashville zu fahren, ein Haus zu mieten und einfach abzuhängen. Ich kann mich noch genau daran erinnern. Denn wenn du von Memphis aus in Richtung der Westseite nach Nashville anreist, fährst du auf dem Interstate 40. Und wenn du dort hochkommst gibt es diesen bestimmten Punkt nur wenige Meilen von Nashville entfernt. Du kommst an diesem Hügel vorbei und hast diese Skyline vor Augen. Ich erinnere mich immer wieder an diesen Moment zurück. Denn ich wohne jetzt auf genau dieser Seite der Stadt und habe diesen Ausblick jetzt jeden Tag. Aus irgendeinem Grund hat sich das in meinen Kopf gebrannt.

Die Teilnahme bei „America’s Got Talent“ veränderte sein Leben

Nach der TV-Serie hast du an „American Idol“ teilgenommen, aber bist dort früh ausgestiegen. Später warst du auch bei „America’s Got Talent“. Ich habe das Gefühl, dass es du nochmal wissen wolltest, ob du eine Casting-Show gewinnen kannst. Liege ich damit richtig, oder wolltest du dir das vielleicht sogar selbst beweisen?

Ja, da ist etwas dran. Die Geschichte rund um „American Idol“ begann nur kurz nach „Sun Records“. Ich wollte gerade mit der Musik anfangen, da wurde ich von den Produzenten der Show angesprochen. Sie fragten mich, ob ich dort vorsprechen wollte. Ich dachte nur: „Okay, lass es machen!“. Also ging ich zur Audition von „American Idol“ Das war irgendwann im Laufe des Jahres 2017. Ich habe es durch die Audition geschafft und bekam das Ticket nach Hollywood. Den Zeitraum zwischen Audition und den Hollywood Rounds habe ich dann Zuhause verbracht und nachgedacht. Ich hatte noch nicht mal an irgendeinem Song gearbeitet, hatte keine eigenen Auftritte gespielt, war nicht im Studio oder stand auf der Bühne um meine eigenen Songs zu singen. Ich hatte keine dieser Arbeiten erledigt und dachte mir: Warum sollte ich mich auf diese riesige Bühne werfen, wenn ich selbst noch nicht dazu bereit bin? Das ist weder gegenüber mir selbst noch jemand anderen fair. Ich wusste nicht, wer ich als Künstler bin, hatte nichts geschrieben worüber man sprechen könnte. Das musste ich erst anpacken, nach Nashville gehen und daran arbeiten. Also bin ich aus dem Wettbewerb gestiegen. Die kommenden Jahre habe ich damit verbracht Songs zu schreiben, bis mir 2022 die Chance mit „America’s Got Talent“ entgegen kam. Ich arbeitete zu diesem Zeitpunkt circa fünf Jahre in Nashville und hatte, was ich brauchte. Ich hatte diese Songs und dieses Album, was dann „Dallas/Fort Worth“ wurde. Ich hatte Gigs gespielt, eine eigene Band und im Studio gearbeitet. Es sah also danach aus, dass ich bereit für diese Plattform bin. Und „AGT“ war die perfekte Plattform für mich. Erstens durfte ich meine Band mitnehmen, zweitens meine eigenen Songs singen und es ist einfach eine tolle Bühne. Ich musste nicht mal gegen eine ganze Reihe anderer Musiker antreten, was ziemlich angenehm war. Ich war einer der Einzigartigen in dieser Show. Ich denke, das hat dazu beigetragen mehr Aufmerksamkeit auf das zu lenken, was ich kann. Also Ja! „AGT“ bot die perfekte Gelegenheit. Ich dachte, ich bin bereit dazu und es stellte sich heraus, dass ich es auch war. Ich konnte diese Gelegenheit nutzen, um die besten Vorteile für mich herauszuholen. Das hat mir auch eine Karriere danach ermöglicht. Ich bin froh, dass es so gekommen ist.

„wenn ich Nach dem Konzert nicht total verschwitzt in meinen Sitz falle, habe ich nicht alles gegeben.“

– Drake Milligan

Jeder, der deine Live-Shows kennt, weiß wie kraftvoll und energiegeladen diese sind. Woher holst du jeden verdammten Tag diese Energie?

Ich glaube, das liegt daran, weil ich immer noch lerne. Ich liebe eine energiegeladene Show und ich liebe es auch eine zu sehen. Ich selbst bin kein energiegeladener Mensch. Wenn wir den ganzen Tag miteinander abhängen würden, läge ich die häufigste Zeit hier unten. Ich bin nicht der Verrückte. Aber wenn ich auf der Bühne stehe, ist da ein anderer Typ. Ich verbringe die meiste Zeit meines Tages damit Energie für Bühne zu tanken. Wenn du mich vor einer Show siehst, alle um mich herum aufgeregt sind, bin ich die Ruhe selbst, trinke meinen Tee und wärme mich auf. Nur damit ich auf der Bühne immer das Beste geben kann. Ich versuche jeden Abend erschöpft von dort runter zu kommen. Denn wenn ich danach nicht total verschwitzt in meinen Sitz falle, habe ich nicht alles gegeben.

Du hast vor kurzem die EP „Jukebox Songs“ veröffentlicht. Warum hast du diesen Titel gewählt? Denn ich habe schon seit Jahren keine Jukebox mehr in einer Kneipe gesehen…

Wir haben noch ein paar mehr Jukeboxen in Texas. wir halten immer noch an ihnen fest, obwohl es nur noch wenige echte von ihnen gibt. Ich ging die Songs durch und es gibt einen mit dem Titel „Jukebox Songs & Barstool Beers“ auf der EP, der mir ins Auge fiel. Denn ich bin immer auf der Suche nach den Songs, die in dir wachsen und sich zeitlos anfühlen. Manchmal hörst du einen Song, der gerade veröffentlicht wurde… Und du fragst dich: „Wieso wurde das nicht schon früher gemacht?“ Wieso hatte niemand vorher diese Idee? Wie kann es sein, dass dieser Song nicht schon vorher existierte. Das ist, was schon Bob Dylan sagte. Du schreibst immer den Song, von dem du dir wünscht, dass er schon existiert. Das ist für mich, wie wenn wir sagen, „Lass uns irgendwo eine Jukebox finden.“ Du schaust dir die Songs darauf an und wirst immer bei den Klassikern landen. Besonders, wenn du an den Country der 90er Jahre denkst. Wie etwa „Neon Moon“ oder „Should’ve Been A Cowboy“. Du kannst auch „Pretty Woman“ nehmen oder einen Elvis-Song wie „Don’t Be Cruel“. Das sind die Songs, die du definitiv auf einer Jukebox finden wirst. So war es an mir auf die Suche nach dieser Art von Klassikern zu gehen. Ich habe das Gefühl, einige davon mit der EP gefunden zu haben. Zumindest ist es immer auch mein Ziel, diese zeitlosen Songs zu finden. Da dachte ich mir „Jukebox Songs“ ist doch ein perfekter Titel.

Das Musikvideo zu „I Got A Problem“:

Einer meiner Lieblingssongs auf der EP ist „I Got A Problem“. Wenn du mit einem Problem konfrontiert wirst, bist du eher der lautere oder leisere Typ?

(lacht) Ich bin normalerweise ziemlich ruhig. Ich bin eher der ruhige Killer. Ich versuche herauszufinden, wie man die kleinen Probleme so gut wie möglich lösen kann. Also bin ich für gewöhnlich der ruhigere Typ.

Wird dieser Song ans Radio geschickt?

Oh, das werden wir sehen. Ich hoffe es! Es gibt Pläne, es ans Radio zu senden. Es sieht danach aus, dass es dieser Song wird. Ich spiele ihn jetzt schon eine Weile live und es ziemlich cool zu sehen, wie ihn alle mitsingen. Es ist definitiv der Song, der vielen Leuten gefällt. Also denke ich, das er es bestimmt wird.

Ich habe dich vor ein paar Jahren durch den Song „Sounds Like Something I’d Do“ entdeckt. Nun haben wir bereits darüber gesprochen, dass du Elvis-Imitator warst. Du warst bei „Sun Records“, „American Idol“ und „Got Talent“. Gibt es denn irgendetwas, das du nicht kannst?

(lacht) Es gibt eine Menge Dinge, die ich nicht kann. Ja, wirklich eine Menge Zeug! Aber gleichzeitig verbringe ich die meiste Zeit damit, ein Ja-Sager zu sein. Wenn sich eine Gelegenheit bietet, nutze ich sie. Ich mag es auch Dinge zu tun, die mir Angst machen. Wenn ich anfange über eine Situation nachzudenken, vor der ich Angst habe, denke ich mir: „Weißt du was? Warum habe ich Angst davor?“ Habe ich wirklich Angst davor, oder bedeutet es nur, das es eine große Chance ist, die ich nicht vermasseln will? Und das war bei den meisten Dingen so. Nimm „Sun Records“… Ich hatte Angst davor, aber ich habe es trotzdem geschafft. Wenn du zu den Live-Shows von „America’s Got Talent“ gehst, ist das beängstigend, aber geh einfach rauf und zieh es durch! Ich versuche einfach, die Dinge zu nehmen wie sie sind.

Vielen Dank für das Gespräch.

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