Kip Moore – Wild World (Album-Review)

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Kip Moore

Bewertung: 4 von 5.

Kip Moore – Der Bruce Springsteen der Generation Y – wütet zwischen tiefen Emotionen und puristischem Rock.

Passender kann ein Albumtitel in diesen Zeiten kaum sein. Es ist momentan wirklich eine wilde Welt, in der wir leben. „Ich weiß, dass es im Moment eine beunruhigende Zeit für viele Menschen ist, deshalb hoffe ich, dass diese Musik (…) etwas Frieden bringen kann“, sagt Kip Moore. „Wild World“ ist so durch Zufall ein Album, das andere Menschen Mut machen kann – Eigentlich aber ein Ausdruck der spirituellen Reise des Interprets. Eine Sammlung an Songs, die entstanden sind, als Kip Moore um die Welt reiste um den inneren Frieden zu finden. Und so in Maui, Costa Rica, Australien und Schottland seine bekämpfen konnte.

Dass dies funktionieren konnte, hat Moore seiner eigenwilligen, introvertierten Art zu verdanken. Als Songwriter war er immer schon gleichermaßen Poet und Rebell. Seine Songs sind Ausdruck des Lebens und pure Reflexion. In seinem vierten Studioalbum verarbeitet er erneut Themen des Alltags, wie Hoffnung, Liebe, Vertrauen und Verzweiflung. „Wild World“ zeigt sich dabei als eine tiefgründige, gut polierte Alternative Rock Scheibe.

Der Bruce Springsteen der Generation Y

Schon „Janie Blu“ zeigt die emotionale Fahrtrichtung der noch folgenden Songs auf. Der zunächst rein mit Akustikgitarre aufwartende Track erhält später einen gehörig energischen Drive. „Southpaw“ hingegen ist eine kantige Outlaw-Hymne, oder der rebellische Bruder des 2015er Tracks „Wild Ones“. Das folgende „Fire And Flame“ ist nicht nur größter Kandidat zur Benutzung der Rewind-Taste, sondern der wohl beste Track des Albums. Unter purem Perfektionismus produziert, baut der Song eine beängstigende Atmosphäre auf, die Kip Moore durch seine raue, zutiefst ergreifende Darbietung voller Schmerz und Pathos stählt. Mit dem nachdenklichen Slow-Jam „Wild World“ hält Moore den Hörer in ergriffener Fassung. Bis die nachfolgenden Titel die Stimmungskurve nach oben korrigieren. „Red White Blue Jean American Dream“, „She’s Mine“, „Hey Old Lover“ und „Grow On You“ sind Songs der leichtbekömmlicheren Art Rock mit groovigen, gern mal kratzenden E-Gitarrensound.

Mit Hinblick auf das vielfach von emotionalen Balladen und Liebeserklärungen bestückte letzte Drittel der Platte, eine versierte Entscheidung. Dort überzeugen vor allem das mit einem herrlichen E-Gitarrensolo bestückte „South“ und „Payin Hard“, das wunderbar an die „Room To Spare – Acoustic EP“ erinnert.

Wenn Kip Moore ein neues Album bereithält, kann man sicher sein, nicht enttäuscht zu werden. So bietet auch „Wild World“ tiefgründiges Songwriting voller Emotionen. Diesmal aber in einem etwas polierteren Sound-Gewand.

Wild World erscheint am 29. Mai 2020 via Universal Music.

Last modified: 28. Mai 2020