Review: Randy Houser „Magnolia“ – Fernab des Mainstreams

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Randy Houser hat uns fast 3 Jahre auf ein neues Album warten lassen. Nun ist er mit seinem Werk Magnolia wieder am Start und übertrifft sich damit selbst.

Randy Houser hat uns fast 3 Jahre auf ein neues Album warten lassen. Nun ist er mit seinem Werk Magnolia wieder am Start und übertrifft sich damit selbst.

Dem gegenwärtigen Trend, business as usual, dem einige Künstler der Szene folgen, zeigt er gekonnt den Rücken. Auf dem 12-Song starken Longplayer sucht man vergeblich nach elektronischen Beats und eintönigen Drum Loops. Stattdessen setzt Houser auf ehrliche, handgemachte Musik und dies kommt bei uns sehr gut an.

Der Auslöser für solch einen Wandel war während eines Konzertes im Jahr 2016. Als der Sänger aus Mississippi auf der Bühne performte, fühlte er sich als wäre er bei einer Karaokeshow. Sofort nach dem Gig reduzierte er zwar schweren Herzens sein Personal drastisch, doch war es für ihn der bessere Schritt um sich mehr um seine Musik kümmern zu können. Mit einer drei-Mann Band tourte er von nun an und schrieb an neuen Songs. Sofort merkte er, sein neues Projekt würde nichts mit einer glattgeschliffenen Großproduktion zu tun haben.

Beim Opener gibt es darüber auch keine Zweifel mehr. Musikalisch vielfältig und etwas biografisch startet das Album mit No Stone Unturned. Randy Houser schrieb an ALLEN Songs mit und nahm auch einige der besten Songwriter der Szene mit ins Boot. Unter anderem brachten die Jungs von Brothers Osborne, Jaren Johnston und auch Lucie Silvas ihre Ideen in die Lyrics mit ein. Mit Letzterer kam auch das wunderschöne Duett Our Hearts zustande, das mit Americana-und Folkeinflüssen für einen Moment der Ruhe sorgt.

Randy Houser – No Stone Unturned

Whole Lotta Quit kommt dagegen mit bluesrockigen Mundharmonika und Gitarrenriffs um die Ecke und versetzt einen direkt inmitten der Sümpfe des Mississippi Delta. Bei dieser Scheibe hat man das Gefühl, man sitzt eher im Heimatstaat des Sängers als im auf Kommerz angelegten Tennessee. Doch leider ist nicht alles an diesem Album perfekt gelungen. Im Mittelteil verliert es etwas an Fahrt und plätschert mit mittelklassigen Songs so dahin, bevor es mit High Time nochmal richtig durchstartet. Der heißeste Anwärter auf die nächste Radiosingle überzeugt mit gekonnt gesetzten Slides auf der akustischen Gitarre, mit denen Houser den Hörer unbedingt in Mississippi behalten möchte.

Was euch noch erwartet: Vorschau 2019

Randy Houser setzt mit Magnolia eindeutig auf Qualität statt Quantität. Die Textzeilen sind sorgfältig ausgewählt nd die Vielzahl an Instrumenten wie Fiddle, Banjo und Mundharmonika gestalten den Longplayer abwechslungsreich. Auch die Mischung aus Balladen und bluesrockigen Songs wie No Good Place to Cry und Mamma Don’t Know bestätigen Houser’s Vorhaben eine ganz individuelle Scheibe herauszubringen.

Magnolia zeigt, wie man auch ohne Synthesizer und Elektrobeats ein hervorragendes New Country Album machen kann ohne altmodisch zu klingen.

Magnolia erscheint am 11. Januar 2019 via BMG/Warner.

Last modified: 10. Januar 2019