Jackson Dean im Interview: „Hier liegt ein Album voller Liebesbriefe!“

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Jackson Dean startet in eine neue Reise. Vor dem C2C Festival in Berlin spricht er mit CNTRY über Herausforderungen, Liebe und Beständigkeit.

Mit seiner markanten, rauchigen Stimme, einem unkonventionellen Geist und tiefgründigem Songwriting hat sich Jackson Dean in Rekordzeit als einer der faszinierendsten Künstler Nashvilles etabliert. Seit er 2022 mit seinem Debütalbum „Greenbroke“ die Szene stürmte und als jüngster männlicher Solo-Country-Künstler mit seiner Debütsingle „Don’t Come Lookin’“ direkt an die Spitze der Charts kletterte, ist er aus der Country-Szene nicht mehr wegzudenken.

Nachdem er erst Ende 2025 mit „Heavens To Betsy“ seinen zweiten Nummer-1-Hit feierte, steht nun bereits das nächste große Kapitel bevor: Jackson Dean hat sein drittes Studioalbum „Magnolia Sage“ für den 24. April angekündigt.

Passend zur Veröffentlichung seiner neuen Single „Wildfire“, einem Song über Liebe und Verletzlichkeit, durften wir mit dem Ausnahmetalent sprechen. Im Interview gibt Jackson Dean Einblicke in seinen veränderten Lebensstil, seine physische Performance auf der Bühne und verrät, warum er sich so sehr auf seine Rückkehr nach Deutschland zum C2C Berlin im März freut.

Jackson Dean zündet mit neuer Musik ein Feuer

CNTRY: Jackson, schön dich wiederzusehen!

Jackson Dean: Das kann ich so zurückgeben, Chris!

Hattest du einen guten Start ins neue Jahr?

Es war ziemlich gut! Wir waren jetzt das erste Wochenende unterwegs auf Tour, das war wirklich fantastisch. Wir haben sehr viel vom neuen Material gespielt und die Fans haben es gefeiert.

Nächsten Monat bist du wieder zurück auf dem C2C Festival in Berlin. Bist du bereit, für Scotty McCreery zu eröffnen?

Absolut! Wir haben in der Vergangenheit schon ein paar Shows mit Scotty gespielt. Ich bin damit aufgewachsen, seine Songs im Radio zuhören. Ich schätze es daher sehr, das jetzt machen zu dürfen. Und freue mich darauf, wieder über den Ozean zu kommen und euch alle wiederzusehen.

Seit 2022 spielst du jedes Jahr bei uns. Was macht das deutsche Publikum so besonders für dich?

Ach, ich reise einfach nur gerne. Nach 72 Stunden an ein und dem selben Ort, fangen meine Finger halt an zu jucken. Ich muss dann irgendwo anders hin. (lacht) Aber ehrlich: Wir lieben es, Europa zu erkunden und wir hatten bisher immer eine großartige Zeit in Deutschland. Die Vorfahren meiner Mutter stammen aus Köln, daher gibt es eine kleine Verbindung zu euch. Und dann haben wir letztes Mal unvorstellbar viele Konzertsäle ausverkauft. Wie sehr ihr uns eure Liebe zeigt, ist immer schön zusehen.

Wer schon mal bei einer deiner Shows war, weiß, auf welchem hohen Level die Energie ist. Und auch das Publikum ist immer voll dabei. Wie bereitest du dich mental darauf vor, dauernd dieses Pensum auf die Bühne zu bringen?

Wenn du nicht dauernd 100 Prozent gibst, werden die Songs nicht funktionieren. Es kommt voll auf deinen Körper an. Das ist es auch, was mich ursprünglich daran gereizt hat. Dieses Gefühl, wenn dein Körper nach einer Show völlig zerstört ist, weil du dir eine Stunde und 15 Minuten lang die Seele aus dem Leib gesungen hast, ist unbeschreiblich. Um mich mental darauf vorzubereiten, teilen wir uns vor jeder Show ein Red Bull und ich mache mir einen Drink. Das bereitet mich auf den Knall vor.

Und früher war es ein Ritual von dir, deine Boots auszuziehen bevor es auf die Bühne geht. Das ist mir zumindest letztes Mal aufgefallen!

Ja, das habe ich ein paar Mal gemacht. Bevor ich unter Vertrag genommen wurde habe ich oft in den kleinsten Kneipen barfuß gespielt. Man fühlt sich dabei freier, aber mit meinen neuen Gitarrenpedalen geht das nicht mehr. Und wenn du um 13 Uhr auf eine Festivalbühne kommst, die seit dem Morgengrauen von der Sonne gebacken wurde, fangen deine Fußsohlen einfach an zu brennen. Das hält dich definitiv davon ab. Dieses Mal werde ich meine Boots anlassen, versprochen! (lacht)

Du bringst wie immer neue Musik mit. Aber dieses Mal fühlt sich das ziemlich besonders an, da du dich in letzter Zeit in eine andere musikalische Richtung bewegst. Wie würdest du die DNA dieser neuen Ära beschreiben?

Als „On The Back Of My Dreams“ herauskam, war das ein gewaltiges Werk. Da kam vieles auf einmal auf mich zu. Jetzt darf ich einen wirklich coolen Lebensabschnitt genießen. Ich habe eine Frau, einen Hund und wir leben hier oben in den Wäldern. Als Künstler schreibst du ständig über das, was du erlebst. Ich bin natürlich immer noch da draußen, lege unzählige Kilometer auf den Straßen zurück, aber jetzt habe ich auch Beständigkeit. Ich bin so dankbar, so ein glückliches Leben führen zu dürfen. Als ich begann an das nächste Album zuarbeiten, stand die Frage im Raum, wie ich „On The Back Of My Dreams“ übertreffen könnte. Da schaute ich einfach auf das, was direkt vor mir lag. Luke (Dick – sein Produzent, Anm. der Redaktion) und ich wollten an Orte gehen, an denen wir musikalisch noch nie gegangen sind. Auf „Greenbroke“ und „On The Back Of My Dreams“ findest du kaum kitschige Lovesongs. Klar, einige darauf sind sicher auch warmherzig, aber hier liegt jetzt ein ganzes Projekt voller Liebesbriefe. Eben all dieses Songs zwischen „Be Your Man“, „Make a Liar“ und „Over and Over“. Seid gespannt, wir werden vieles davon für euch live spielen.

Der ganze Stress kann dich natürlich an deine Grenzen bringen, aber letztendlich liegt es an dir, dort wieder herauszukommen.

– Jackson Dean
Jackson dean dig elk interview 2026
Jackson Dean mit seinem Hund Elk, Foto: Sean Hagwell

Ich würde die neue Musik als leichter beschreiben. Textlich und musikalisch fühlt sie sich freier an. Das liegt also daran, weil auch dein Leben leichter geworden ist?

Freier trifft es ziemlich gut. Ich bin definitiv viel ruhiger geworden. Der ganze Stress kann dich natürlich an deine Grenzen bringen, aber letztendlich liegt es an dir, dort wieder herauszukommen. Nun bin ich inmitten dieses ausgeglichenen Lebensabschnittes, darüber habe ich ein Album geschrieben. Doch die Songs haben immer noch den gleichen roten Faden, in den sich meine Fans hineinversetzen können und der hoffentlich auch ihr eigenes Leben widerspiegelt. Es ist ein Album für all die Musen und für diejenigen, die man wahrhaftig liebt. Genau das ist die DNA dieser neuen Musik.

Am Freitag hast du mit „Wildfire“ eine neuen Song veröffentlicht. Erzähl uns doch mehr über den Song!

Chris Tompkins (Songwriter, Anm. d. Red.) schickte meinem Produzenten Luke Dick einen ersten Entwurf. Beide wollten unbedingt, dass ich mit einsteige, also haben Luke und ich den Song fertiggeschrieben. Von all den Songs auf dem Album hat er das meiste Tempo. Es macht so viel Spaß, „Wildfire“ live zu performen, weil er so leicht von den Lippen geht. Er handelt von diesem unkontrollierbaren und überwältigenden Gefühl, endlich mit der Person zusammen zu sein, um die du so lange gekämpft hast. Die ganzen Emotionen die dann aus dir herauskommen und das Gefühl, mit ihr durchzubrennen. Ein wildes Feuer zerstört zwar das, was vorher war, aber es bedeutet auch einen Neuanfang. Eine wirklich schöne Geschichte mit toller Attitüde.

Du stellst gerade deine neue Setlist zusammen. Auf welche spirituelle Reise willst du das Publikum während deines Sets mitnehmen?

Wir haben die Setlist jetzt fast fertig. Sie ist immer noch richtig energiegeladen und wirklich stimmungsvoll. Was wir am vergangenen Wochenende ausprobiert haben, hat gut funktioniert. Aber es war sehr anders als unsere bisherigen Sets. Wir spielen viele Songs, bei denen du auf Granit beißt. Früher haben wir die Konzerte immer mit „Another Century“ beendet, jetzt wollen wir die Reihenfolge etwas aufbrechen. Damit haben wir im letzten Jahr schon ein wenig gespielt. Körperlich bringt mich das an andere Grenzen, denn bei einer Live-Show möchte man, wie auf einem abgerundeten Album, jedem ein Stück von allem geben. Da gibt es keine zweite Meinung. Doch es wird ehrlich gesagt immer schwerer, die perfekte Setlist zusammenzustellen. Wir wollen zwar so viele richtige Songs wie möglich spielen, doch immer wieder rufen die Leute einen anderen rein. Aber so viel Zeit haben wir leider nicht.

Bei welchem der neuen Songs hat dich die Resonanz des Publikums am meisten überrascht?

Definitiv „Over and Over“! Bei jedem Live-Auftritt in diesem Jahr haben die Leute ihn lautstark mitgesungen. Das hat mich völlig umgehauen. Ich hatte zwar im Gefühl, das sie den Song schön finden würden, aber sie lieben ihn. Meine Band und ich sind alle total begeistert, wie sehr die Fans auf „Over and Over“ abfahren.

Dann wird das sicherlich ein besonderer Moment, wenn dieser Song mit deutschem Akzent gesungen wird!

Ja, ich freue mich riesig darauf. 

Jackson Dean tritt am 06. März 2026 beim C2C Festival in Berlin auf. Tickets gibt es hier. Sein neues Album „Magnolia Sage“ erscheint am 24. April.

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